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26.10.18 – Karlštejn & Kutná Hora

Irgendwie hat man unser Nachbarland als Urlaubsland nicht unbedingt als erstes auf der Agenda.
Doch dies sollte sich dieses Jahr ändern.
Ein paar freie Tage wollten für einen Kurztrip genutzt und so entschlossen meine beste Freundin Maria und ich uns eine kleine Rundreise durch die Tschechische Republik zu machen.

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Unser erster geplanter Halt war die Stadt Karlštejn, etwa 30km südwestlich von Prag.
Auf dem Weg dorthin liefen wir in eine vermutlich häufig auftretende Touristenfalle. Die Ausschilderung auf den schmalen Landstraßen nach Karlštejn war teilweise nicht ausreichend, weshalb wir uns auf das Navi verließen, das uns in eine Straße mit Sperrscheibe führte, unter dem allerdings irgendetwas tschechisches mit Bus stand. Uns nichts weiter dabei denkend folgten wir der Straße durch den Wald, bis wir plötzlich von zwei Polizisten angehalten wurden, die scheinbar schon auf verirrte Touristen gewartet hatten.
Ich wusste aus Erzählungen, dass mit der tschechischen Polizei nicht sonderlich gut Kirschen essen ist und das sah man auch gleich den beiden grimmigen Gesichtern an, die schlussendlich 40€ Strafe von uns verlangten, egal mit welcher Erklärung wir gekommen wären. Aber wir wollten auch nicht groß diskutieren, nicht dass die Beiden noch auf den Gedanken gekommen wären, den Beitrag zu erhöhen, was durchaus öfters ein gängige Methode ist.
Meine Laune war zu diesem Zeitpunkt faktisch bei Null und um die Laune wieder etwas zu heben, suchten Maria und ich, als wir schließlich in Karlštejn angekommen waren, erst einmal ein Restaurant auf zum Mittagessen.

Die beiden Polizisten hatten mich verunsichert, denn im Gespräch waren sinngemäß die Worte gefallen, dass die Strafe für das Befahren dieser Straße zwischen 40 und 120€ liegt und ich war mir nicht sicher, ob im Nachhinein noch etwas auf uns zukommen würde, denn so intensiv hatte ich mich mit den polizeilichen Vorgehensweisen in Tschechien noch nicht befasst.
Da der Kellner recht gut Deutsch konnte, übersetze er uns netterweise den Strafzettel und ließ dabei durchklingen, nachdem wir die Polizisten beschrieben hatten, dass die beiden scheinbar im Ort recht bekannt dafür waren, dass sie deutlich höhere Beträge kassierten als erforderlich und auch härter handelten. Also eine gewisse Korruption lag da scheinbar schon vor und unser Kellner meinte auch, dass sie uns abzockten hatten.
Wenigstens war das Thema nun erledigt und wir konnten nach unserer Stärkung uns zum eigentlichen Highlight des Ortes aufmachen: der Burg Karlštejn, die über der Gemeinde thront.

Wir hatten überlegt den steilen Berg mit einer der Pferdekutschen zeitlich abzukürzen, die in der Ortsmitte auf Kundschaft warteten, allerdings hätten wir mindestens zu 6. sein müssen, damit sie uns gefahren hätten.
So begannen wir den Berg zu Fuß zu erklimmen.
Die Straße war gesäumt von netten Häuschen, ab und zu gab es kleine Läden oder Imbisse, aber generell war nicht viel los, was sich dann auf dem Burggelände ändert.

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Ein Großteil der Burg ist kostenfrei zu besichtigen bis auf die Innenräume. Wir begnügten uns damit auf den Burgmauern entlang zu spazieren und die Aussicht von oben zu genießen.

Gegen 15Uhr brachen wir auf ins etwa anderthalb Stunden entfernte Kutná Hora.
Die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist Knochenkirche, die wir allerdings erst am nächsten Tag besuchen wollten aus Zeitgründen.
Wir hatten vor Ort ein Zimmer in einem kleinen Hotel etwas außerhalb des Zentrums gemietet.
Aber da Kutná Hora nicht sehr groß ist, konnten wir alles recht gut Fußläufig erreichen.

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Am späteren Nachmittag brachen wir zu einem Spaziergang in die Altstadt auf.
Auf den ersten Blick erinnert sie stark an Prag, unabhängig davon dass sie überschaubarer ist, aber dafür deutlich weniger touristisch überrannt wirkt.
Wir wollten der Kathedrale einen abendlichen Besuch abstatten, die allerdings 18Uhr schloss und wir somit nur noch 20 Minuten Zeit hatten. Netterweise bezahlten wir dafür nur die Hälfte des Eintritts, auch wenn wir nicht mehr alle Ecken des Gebäudes auskundschaften durften.

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Ich war sehr angetan von Kutná Hora, denn obwohl die Altstadt klein ist, es gibt viele schöne verträumte Ecken zu entdecken, von denen man teils eine tolle Aussicht über die Stadt genießen kann.

Den restlichen Abend ließen wir im Hotel ausklingen.