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Mittwoch, 6.3.19 – zweite Senja-Rundfahrt

Sicher ist der südliche Teil Senjas auch interessant, aber da uns das Wetter bisher nicht sonderlich hold gewesen war und wir nun mal nur wenige Tage Zeit hatten, entschieden wir uns für den heutigen Tag erneut die Nordroute zu befahren, wenn auch in entgegengesetzter Richtung und natürlich mit der Hoffnung, diesmal mehr Berge zusehen.
Der Vormittag erschien freundlicher als am Vortag, erst für Nachmittag wurden Schneefälle angekündigt.

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Auf dem Weg nach Bergsbotn hielten wir immer wieder, um zu fotografieren. Heute war die Landschaft definitiv beeindruckender als am Vortag, als sie sich hinter Wolken versteckte.


Einer der bekanntesten Aussichtspunkte auf Senja ist die 44 Meter lange Plattform, die sich Richtung Bergsfjord über dem Dorf Bergsbotn erstreckt. Hier hat man eine tolle Aussicht über den Fjord und die umliegenden hohen Berge. Wir waren die einzigen Besucher, die dort hielten. Die Plattform war wadentief mit Schnee bedeckt und der eisige Wind pfiff uns um die Nasen. Doch dies tat dem herrlichen Panorama vor uns keinen Abbruch.

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Wir folgten der Straße durch Bergbotn am Fjord entlang weiter.
Als wir den Tunnel zum Steinfjord verließen, hieß uns dort dichtes Schneetreiben willkommen, weshalb wir sofort kehrt machten und zum Bergsfjord zurückfuhren, den der Schnee noch nicht erreicht hatte.

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Gegen 13 Uhr kehrten wir ins Apartment zurück, wo wir zu Mittag aßen und darauf hofften, dass später der Schnee wieder aufhören würde.
Als es am Nachmittag dann schließlich soweit war, schlug ich vor zum einstündig entfernten Målselvfossen Wasserfall zu fahren, der auf dem Festland Richtung Tromsø lag.

Auf dem Weg dorthin fing es immer wieder kräftig an zu schneien und wir waren nicht das einzige Auto, was zwischendurch anhalten musste, um seine Scheibenwischer vom Eis zu befreien. Der Schnee war so nass, dass er in kürzester Zeit die Wischer zusetzte und somit uns komplett die Sicht verschmierte. Einmal musste ich sogar nach Gefühl einen Kreisverkehr verlassen, weil ich wirklich nichts mehr sah, nur minimal die roten Lichter des vorderen Autos und sofortiges Anhalten war in dieser Situation nicht möglich gewesen.


Irgendwann hörte es auf zu schneien. Es dämmerte bereits langsam, was das Fahren auf den verschneiten Straßen nicht angenehmer machte.
Je näher wir unserem Ziel rückten, desto mehr bekamen wir das Gefühl, dass wir wieder mal die einzigen (ich zitiere mich selbst) „Idioten“ waren, die sich in diese abgeschiedene und einsame Gegend verirrten.
Der Målselvfossen liegt in einem Waldgebiet, angrenzend an einen Campingplatz, der komplett ausgestorben vor uns lag, so ließen wir das Auto auch mitten auf der Straße stehen.
Ein paar Fußspuren zeigten uns den Weg zum Wasserfall, den man schon von Weitem rauschen hörte. Im Sommer ist das Gebiet sicher gut besucht, denn es gab hübsche Bungalows und ein Restaurant vor Ort, aber im Winter war hier keine Menschenseele, außer wohl der Fahrer des Schneeräumdienstes, denn die schmale Straße zum Campingplatz war wieder einmal gut freigefräst.
Wir folgten dem Weg bis zum Wasserfall nur soweit wie unsere Vorgänger ihre Fußspuren im Schnee hinterlassen hatten, denn bis zum Knie im Schnee versinken wollten wir nicht.
Der Wasserfall selbst war zu dieser Jahreszeit sehr zugeschneit, weshalb seine ganze Breite kaum zu erkennen war. Dennoch ein hübsches Stück norwegischer Natur.

Gegen 18 Uhr erreichten wir Finnsnes, wo wir ein paar Vorräte und 5€ teure Sandwiches im Supermarkt erstanden, bevor wir zur Unterkunft zurückkehrten, denn der darauffolgende Tag versprach lang zu werden.