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Montag, 4.3.2019 – Richtung Senja

Beim ersten Blick am Morgen aus dem Fenster wurde klar, dass es die ganze Nacht kräftig weiter geschneit hatte, weshalb wir erstmal eine Weile im Bett liegen blieben, bis wir uns gegen um 10 quer über den Campingplatz zum Frühstück begaben.

Auf dem Rückweg zu unserer Hütte lieh ich mir ohne zu fragen von einer der besseren Nachbarhütten eine Schaufel, um das Auto freizubekommen, denn der extrem riesige Schneeschieber, der kurz vorher den Platz geräumt hatte, hatte in diesem Zuge wiederum die Einfahrten und Zugänge zu den Hütten zugeschoben.

Allerdings hatten wir es nicht so eilig, denn die Unterkunft bei der Insel Senja durfte erst gegen 16 Uhr bezogen werden und die Fahrt von Tromsø nach Finnsnes wurde vom Navi mit etwa 2,5 Std veranschlagt.

Nachdem wir das Auto ausgegraben hatten, begann unsere Fahrt gegen um 11. Mittlerweile hatte es aufgehört zu schneien und ab und zu konnte man die Sonne hinter den Wolkenschichten erahnen.

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Je weiter wir der E8 nach Süden folgten, desto freundlicher wurde das Wetter. Wir hielten immer wieder, um die schöne Berglandschaft zu genießen.
Nach etwa anderthalb Stunden Fahrt inkl. Fotostopps und Pausen, verließen wir die eigentliche Route nach Senja und folgten weiter der E8 Richtung schwedische Grenze.
Ich hatte im Vorfeld im Internet ein paar Bilder von einem Berg entdeckt, den ich optisch sehr beeindruckend fand und da sich dieser mit nur einer halben Stunde Umweg erreichen ließ, war dies die ideale Möglichkeit einen Abstecher zu machen, gerade weil wir auch sehr gut in der Zeit lagen.

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Wegen der starken Schneefälle in der Nacht hatte ich befürchtet, dass die Straßen und besonders die kleinen Nebenstraßen sehr schlecht zu befahren wären, doch in Norwegen scheint jede noch so kleine Straße freigefräst zu werden, selbst wenn diese im Nirgendwo endet.

DSC08823Irgendwann fanden wir uns in einem recht einsamen Tal wieder. Ab und zu standen einzelne Wohnhäuser am Wegesrand, doch blieb der Eindruck, dass die Zivilisation weit entfernt war.
Die Sonne verschwand gerade hinter der Bergkette und tauchte die Landschaft in ein warmes goldenes Licht. Und obwohl die Berglandschaft sehr beeindruckend war, hatte ich den Berg Otertinden, den ich suchte, nicht entdeckt.
Wir entschlossen uns nach etlichen Kilometern umzukehren, denn die Straße führte immer weiter ins Nichts und da plötzlich entdeckten wir den Otertinden.
Erst aus einem bestimmten Winkel ist der markante Berg mit den 2 Spitzen wie auf den Fotos als solches zuerkennen.


Von hier aus fuhren wir dann auf direkten Weg nach Finnsnes. Da es kurz vor um 4 waren, entschlossen wir uns ein paar Lebensmittel einzukaufen und erst dann unsere Unterkunft zu suchen.
Als wir den Supermarkt wieder verließen, war die Sonne hinter dichten Wolken verschwunden und die ersten Schneeflocken rieselten zu Boden.

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DSC08849Die Unterkunft, die wir bei AirBNB gebucht hatten, fanden wir recht schnell und auch wenn der Vermieter Mats nicht zu Hause war, gelang der Check-in reibungslos, denn Mats hatte mir ein paar Tage vorher detaillierte Anweisungen zukommen lassen.
Die Wohnung war echt traumhaft. Alles war schön modern und gemütlich eingerichtet, es gab Fußbodenheizung und von den großen Panoramafenstern hätten wir sicher einen tollen Ausblick zur Insel Senja gehabt, wenn das Schneegestöber nicht die Sicht begrenzt hätte.
Da wir uns bei dem Wetter nicht mehr hinauswagten, beschlossen wir den Abend gemütlich mit Lesen und TV ausklingen zu lassen.

Als wir gegen 23Uhr ins Bett wollten und das Licht im Wohnzimmer löschten, bemerkte ich durch die Panoramafenster etwas am Himmel: eine grüne Wolke.
Man brauchte nicht mal bis drei zählen, so schnell war ich im Nachthemd bei -13°C und meiner Kamera auf die Treppe gestürmt, die zum Apartment führte. Katrin folgte kurz darauf, nur war sie vernünftiger und hatte sich gleich warm eingepackt.
Nach einigen Fotos zog ich mir doch etwas Wärmeres drüber, da ich auch noch einmal zum Auto zurückmusste, wo sich mein Stativ befand. Ich hatte ja nicht damit gerechnet, dass ich es an diesem Tag brauchen würde.

Das Polarlicht war für diese kurze Zeit, wo der Himmel einige Wolkenlücken zu ließ, sehr intensiv. Es wehte im strahlenden Grün über uns hinweg.


Ich entschloss mich spontan erneut ins Auto zu springen, um zu schauen, ob man das Naturspektakel auch von Senja aus sehen könnte. Katrin entschied sich in der Wohnung zu warten.
Nach etwa 10 min erreichte ich Senja. Allerdings war es kaum möglich eine dunkle Stelle zu finden, da die Straßen hervorragend ausgeleuchtet waren.

digIrgendwann erreichte ich unbewohntes Gebiet, allerdings hatte sich der Himmel wieder zugezogen, weshalb ich zeitnah kehrtmachen wollte.
Plötzlich gewahrte ich am Straßenrand vor einigen Häusern ein recht großes Tier.
Nachdem ich gewendet hatte, eine Vollbremsung eingelegt hatte und einige Meter rückwärts gefahren war, erkannte ich, dass es ein Elch war. Ich hatte noch nie einen Elch gesehen und auch wenn es ein junges Tier war, denn er hatte noch nicht sein typisches Geweih, war ich doch fasziniert, solch ein Tier in freier Wildbahn zu sehen. Der Elch ließ sich von meinen paparazziartigen Fotoversuchen nicht stören, sondern wanderte in aller Seelenruhe im Tiefschnee vor den Häusern von Baum zu Baum.

Gegen halb 1 war ich wieder zurück in der Unterkunft.