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Donnerstag, 26.4.18 – Butrint

Ein Tag im Zeichen von Ruinen.
Nach dem Frühstück auf dem Balkon brachen wir in die nicht weit entfernte Ruinenstadt Butrint auf.
Die Strecke war gut beschildert und auf der halbstündigen Fahrt gab es einige sehr schöne Ausblicke auf die Küste zu entdecken.
Die Straße endete mehr oder weniger direkt vor der Ruinenstadt am Vivar-Kanal. Ein Weiterkommen war nur mit einer kleinen, in die Jahre gekommenen Autofähre möglich.
Butrint ist ein sehr beliebter Ausflugsort, weshalb es nicht besonders verwunderlich war, dass vor uns einige Reisegruppen da waren. Am Eingang erhielten wir, nachdem wir 700Lek (ca. 5,50€) gezahlt hatten, eine Übersichtkarte mit Prospekt über das Gelände und nach kurzer Orientierung stiefelten wir los ins Grüne.

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Wir wählten die Route ein wenig entgegengesetzt der Nummerierung auf dem Plan, da wir nicht mit im Pulk der Reisegruppen laufen wollten.
Butrint, das erste albanische UNESCO-Weltkulturerbe, bewahrt das Erbe vieler vergangener Zivilisationen seit dem 8. Jahrhundert v.Chr. Man stößt auf Bauten der Venezianer, Byzantiner, Römer und Osmanen, die alle ihre Spuren auf der kleinen Halbinsel hinterließen. Ich empfand diesen Ort als sehr beeindruckend, besonders wenn einem bewusst wird, welche mächtige antike Handelsmetropole Butrint einst im Mittelmeerraum gewesen war.
Auf dem ehemaligen Ausgrabungsgelände herrschte eine Harmonie zwischen Natur und den Ruinen. Man lief eigentlich die ganze Zeit durch den Wald, weshalb es bei Sonnenschein und heißen Temperaturen doch recht angenehm war, wenn die Mücken denn nur nicht so angriffslustig gewesen wären.

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Dabei kommt man unteranderem an alten römischen Wohnhäusern vorbei, dem Gymnasium; dem Trikonchos-Palast; ehemalige Badeanstalten, wo heute Schildkröten drin schwimmen; dem Theater; der Stadtmauer mit See- und Löwentor; dem Baptisterium und der frühchristlichen-byzantinischen Basilika aus dem 6. Jahrhundert.
Von der venezianischen Burg aus dem 14.Jahrhundert hatten wir einen tollen Ausblick auf die Umgebung, den Kanal, die dahinterliegende Ebene mit der Dreiecksfestung am gegenüberliegenden Ufer und auf das tieferliegende Theater. Da gerade Ebbe herrschte, war sogar die Festung von Ali Pasha Tepelena aus dem frühen 19. Jahrhundert an der Mündung des Kanals zu sehen. Wie Kali auf Nachfrage bei einem Reiseführer vor Ort erfuhr, ist diese Festung höchstens bei Ebbe zugänglich, wobei man sicher Gummistiefel braucht und jemanden, der einen mit einem Boot dort hinfährt, denn die meiste Zeit steht dieses Gebäude unter Wasser.

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IMG-20180601-WA0345Gegen Ende unseres Rundgangs wollten wir noch einmal am alten Theater einen Fotostopp machen, allerdings hatten wir eine größere Reisegruppe mit deutschen Rentnern vor uns. Wir mogelten uns vorbei und platzierten uns auf die oberen Ränge des Theaters, um Abzuwarten bis die Gruppe wieder weg wäre. Dabei schmuggelten wir uns mit auf die Gruppenfotos, die der örtliche Reiseleiter von der Gruppe machte. So blieben wir der Gruppe in Erinnerung.
Beim Verlassen von Butrint sprach uns der Reiseleiter am Parkplatz an, ob wir denn am Abend in Saranda verweilen würden, denn die Gruppe hatte auf der Lëkurësi Burg über Saranda einen Folklore Abend gebucht und wir könnten uns dazugesellen. Da wir sowieso zu der Burg wollten, sagten wir zu, denn das Ganze klang recht interessant.
Während wir überlegten, ob wir mit der Autofähre auf die andere Seite übersetzen sollten, gab uns der Reiseleiter noch einige Tipps für die andere Uferseite und die Notfallnummer der Polizei mit, was irgendwie den Eindruck erweckte, die andere Uferseite sei etwas gefährlicher.

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Mit der Fähre setzen wir für 5€ über und parkten wenige hundert Meter danach am Feldrand, da wir die Dreiecksburg besichtigen wollten. Leider war diese geschlossen und uns waren nur kurze Einblicke durch die Fenster vergönnt.

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Von hier aus fuhren wir mit einem kleinen Umweg direkt zu unserer Unterkunft zurück, wo wir Mittagssiesta hielten. Ich stattete dem Strand vor dem Haus einen Besuch ab, der allerdings sehr klein und nur mit einer Kletterpartie über eine verrostete Leiter erreichbar war. Diesen Strand würden wir also nicht für unseren morgigen Badetag nutzen.

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DSC00473 KopieGegend Abend fuhren wir los zur Lëkurësi Burg mit einem Abstecher zum Kloster der 40 Märtyrer auf dem benachbarten Hügel.

Die Ausschilderung zum Kloster war schnell gefunden, allerdings wurde die Straße mit zunehmender Höhe immer schlechter und irgendwann ging es nicht mehr weiter. Der Weg wirkte wie eine Mischung aus Felsen, Schotter und Kraterlandschaft. Dass die Ruinen des Klosters wenig besucht werden, erklärt sich vermutlich auch in diesem recht schwierigen Anfahrtsweg.
Nach einem haarsträubenden Wendemanöver, bei dem das Autos mehrmals Gefahr lief, auf den Steinen und Felsen sitzen zu bleiben, stellten wir es am Wegesrand ab und erklommen die restlichen Meter zu Fuß. Und obwohl die Straße fast nicht vorhanden war, kam uns doch ein größeres Auto entgegen, welches definitiv kein Geländewagen war. Der Fahrer war sicher abgehärteter als wir.
Oben angekommen tat sich ein beeindruckendes Panorama vor uns auf. Der Blick reichte von Saranda zu unseren Füßen, über Korfu bis nach Ksamil im Süden und die Sonne tauchte die Szenerie in ein schönes warmes Abendlicht.
Außer uns war nur noch eine ältere Frau mit auf dem Gelände des ehemaligen Klosters, die gerade strickte. Sie wirkte etwas überrascht, dass sich Touristen hier hoch verirren.

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Das Kernstück des Klosters bildet eine Basilika aus dem 3. Jahrhundert und mehrere Taufbecken. In den unterirdischen Bereichen befinden sich alte Wandmalerei und kulturhistorische Schätze, die wir leider nicht besichtigen konnten. Ich fand es auch schade, dass man auf dem Gelände wenig Tafeln mit Beschreibungen finden konnte. Dafür genossen wir die Ausschicht umso mehr.

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An der Lëkurësi Burg erschienen wir überpünktlich und ziemlich allein, bis auf die Burgmitarbeiter, die sich auf den Abend vorbereiteten. Als die Reisegruppe eintraf, versank die Sonne gerade im Meer.

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Wir durften uns zum örtlichen Reiseleiter mit an den Tisch setzen, der sich uns als Martin vorstellte. Wir waren gespannt, was uns an diesem Abend erwartete.
Kali und ich durften vom Essen, das Martin und der Busfahrer Real serviert bekamen, mitessen, da sie der Meinung waren, eh die nächsten Tage mit Essen vollgestopft zu werden.
IMG-20180601-WA0425Die Folklore-Tanzgruppe brachte einen guten Einblick in die traditionellen Tänze und Gesänge der Gegend.
Zwischenzeitlich gaben einige Mitglieder der Reisegruppe Bergmannslieder zum Besten, wobei ich mir nicht sicher war, was ich davon halten sollte.
Es wurde ein sehr unterhaltsamer Abend, obwohl Kali und ich uns zwischenzeitlich wie Schmarotzer fühlten, einfach so mit zu essen, woraufhin Martin meinte, das wäre nicht sein Problem.
Später war ich froh, dass der Reisebus vor uns den Berg hinabfuhr, da er alle entgegenkommenden Autos zum Ausweichen zwang und wir uns einfach hinterher schlängeln konnten.

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