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Tvrdoš Kloster

Freitag, 3.11.17 – Region Trebinje

Ausschlafen wurde weiterhin überbewertet, weshalb wir nach unserem ausgiebigen Cornflakes-Frühstück gegen 8Uhr nach Trebinje aufbrachen.
Die Fahrt dorthin führte über weite Ebenen, an Bergketten entlang, die noch im Morgendunst versunken lagen.
Die Dörfer, die wir passierten, bestanden teilweise nur aus dem Ortsschild, die dazugehörigen Häuser musste man schon im Gebüsch suchen.
Zwischenzeitlich waren die Straßen auch recht schmal und man musste aufpassen, dass man keine streunenden Hunde überfuhr, die das Auto angreifen wollten.
Nach etwa 2 Stunden trafen wir am Tvrdoš Kloster ein, das kurz vor Trebinje liegt. Das orthodoxe Kloster rühmt sich mit seinem Wein und in der Hauptsaison gibt es regelmäßig Verkostungen.

Außer uns waren nur noch einige Bauarbeiter da, die den Turm sanierten, zwei Mönche und ein älterer Herr, der uns ansprach und fragte, ob wir die Kirche nicht von innen sehen wöllten.
Die Kirche war zwar recht klein, aber für mich typisch orthodox eingerichtet, mit vielen Mosaiken, Fresken und Heiligenbildern.
Der ältere Herr, ich glaube, er hieß Miros, erklärte uns in der Kirche die Geschichte dazu und wollte uns zusätzlich den Weinkeller zeigen. Erst wollte ich ablehnen, da ich keinen Wein trinke und mich damit nicht auskenne, aber da er meinte, nur zeigen, konnten wir uns das Ganze ja mal anschauen.
WeinkellerDer Weinkeller bestand auf mehreren Teilen, in zweien wurden riesige Weinfässer gelagert, in einem anderen gab es die Verkostungen. Dort erzählte uns Miros, der gebürtig aus Mostar stammte, etwas über die bosnische Geschichte, da ich gefragt hatte, warum einige Ortschilder die kroatische Flagge tragen und wir auch eine Region passierten, die sich „Freie Republik Srpska“ nennt. Dieses Gebiet in Bosnien wird mehrheitlich von bosnischen Serben bewohnt und besitzt ein eigenes politisches System. Insgesamt war herauszuhören, dass Bosnien noch nicht wirklich als Land zusammengewachsen ist, dafür gibt es zu viele unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Auch wirkte Miros etwas ernüchtert über die Zukunft, denn die meisten Eltern investieren sehr viel in die Ausbildung ihrer Kinder, damit sie es mal besser haben, doch das Problem ist, dass man selbst mit einem passenden Universitätsabschluss in Bosnien Herzegowina keine geeignete Stelle bekommt, weshalb viele das Land verlassen.
Irgendwann verabschiedeten wir uns von Miros und erstanden im Souvenirladen noch Honig.

Tvrdoš Kloster

Am Rande von Trebinje fanden wir einen Parkplatz, von wo es nicht weit in die Altstadt war.
Altstadt in TrebinjeDabei durchquerten wir einen Park mit einer orthodoxen Kirche, der aussah als hätte ein Suchkommando das komplette Erdreich durchwühlt. Der Park wurde gerade neu gemacht, sah dabei aber sehr wüst und zerstört aus.
Allgemein fiel auf, dass diese Gegend des Landes eher orthodox geprägt schien, als muslimisch.
Die Altstadt war sehr übersichtlich und kaum zu vergleichen mit Sarajevo und Mostar. Den schönsten Ausblick auf die Altstadt hat man von einer der Brücken aus, denn dort spiegeln sich die Stadtmauern zusammen mit den kargen Gebirgszügen im stillen Wasser.

Trebinje

Wir kehrten zum Auto zurück und machten uns auf den Heimweg.
Unterwegs hielten wir immer mal, wo es uns gefiel und ließen die Landschaft auf uns wirken. Wir folgten spontan einer Ausschilderung zur Vjetrenica Höhle.

Dabei durchquerten wir eine Tiefebene und es gab tolle Aussichten auf die Umgebung und kleinere Dörfer, wo man scheinbar über die großen Vermietungsportale eine Unterkunft beziehen kann, wenn man den Schildern am Straßenrand glaubt. Allerdings wäre diese Unterkunft sehr im Nirgendwo gewesen.
Vor der Höhle herrschte fast schon Ohrenbetäubende Stille, weit und breit war kein Mensch zu sehen. Die Höhle und darin wohnenden Grottenolme besuchten wir nicht, sondern machten uns wieder auf zur Weiterfahrt.

Gegen halb drei erreichten wir unsere Unterkunft, ruhten uns etwas aus und begannen unsere Sachen für den Abreisetag zusammenzupacken.
Am späteren Nachmittag begaben wir uns auf einen Abschlussbummel über den Basar und durch die Altstadt Mostars, bis zur Koski Mehmed Paša Moschee, die fast gegenüber der Stari Most, der berühmten alten Brücke liegt.

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Diese Moschee ist für Touristen zugänglich, für 6€ Eintritt kann man sogar das Minarett besteigen und den wohl schönsten Ausblick über die Stadt genießen. Es ging sehr eng und steil nach oben und wäre uns jemand entgegengekommen, hätte einer zurückgemusst. Ich hatte das Gefühl, ich bleibe mit meinem Rucksack stecken.

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Die Aussicht war wirklich atemberaubend. Langsam neigte sich die Dämmerung zu Ende und von den ersten Minaretten wurde zum Gebet gerufen. Eine märchenhafte Atmosphäre lag über der Stadt.
Auf dem Weg zum Restaurant, wo wir am ersten Abend schon gewesen waren, kaufte ich mir ein Paar Ohrringe und Katrin ein Tuch.
DSC03971 KopieUnser Essen bestand diesmal aus Ćevapčići (gegrillte Röllchen aus Hackfleisch im Fladenbrot) für Katrin und gegrillte Tintenfische mit Mangold und Kartoffeln für mich. Und wieder mussten wir unser Essen heldenhaft gegen fast ein Dutzend Katzen verteidigen. Doch wir belohnten sie im Nachhinein, da wir im Supermarkt unseres Vertrauens wieder die kleinen Katzenfuttertüten erstanden und noch einmal zum Restaurant zurückkehrten, um die Katzen in der benachbarten Gasse zu füttern.

Altstadtpanorama

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