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Mittwoch, 1.11.17 – Dubrovnik

Da Dubrovnik von Mostar aus nicht weit entfernt und mein letzter Besuch dort schon lang her war, hatten wir uns im Vorfeld dazu entschlossen für zwei Tage dorthin zu reisen, Katrin war auch noch nicht dort gewesen. Ich hatte von zu Hause aus über das Internet die Hin- und Rückfahrt für erschwingliche 25€ gebucht und mir die Tickets ausgedruckt.
Kurz nach 6 Uhr morgens brachen wir mit unseren kleinen Tagesrucksäcken Richtung Busbahnhof auf.

Wir hatten unserem Vermieter am Ankunftstag mitgeteilt, dass wir 2 Tage nicht da sein würden, nicht dass dieser die Polizei ruft, wenn seine Gäste widererwartend verschwinden, denn durch den tägliche Zimmerservice wäre das sicher aufgefallen.
Die Altstadt war zu dieser frühen Stunde leergefegt, bis auf die Stadtreinigung, die die Spuren des vorherigen Tages beseitigte.
Gegen dreiviertel 7 trafen wir am Busbahnhof ein und nach kurzer Nachfrage am Ticketschalter erfuhren wir den Abfahrtssteig. Es herrschte reges Treiben und aller paar Minuten kamen Busse an, die die Reisenden unteranderen nach Zagreb, Hamburg, Frankfurt oder Sarajevo brachten.
Unser Bus sollte um 7 fahren. Als gegen Viertel 8 immer noch kein passender Bus zu sehen war, wurden wir langsam unruhig. Zum einen war es noch sehr kühl draußen und mittlerweile hatte sich der Busbahnhof geleert, bis auf die wenigen Leute, die auch nach Dubrovnik wollten. Zwischendurch besuchte uns schwanzwedelnd ein Streuner, der seine morgendlichen Streicheleinheiten von den Wartenden einforderte.
Kurz vor halb 8 tauchte schließlich ein Reisebus auf mit der Aufschrift „Croatia“ und Dubrovnik und da wir auch nur Handgepäck hatten, konnten wir gleich einsteigen und uns aufwärmen.
Die Fahrt sollte etwa 4 Stunden dauern, mit kurzen Zwischenstopps für ein- und aussteigende Fahrgäste und einer 20 minütigen Rast in Neum.
Wir passierten dabei dreimal die Grenze und jedes Mal verschwanden ein oder zwei Fahrgäste, da sie die falschen Papiere dabei hatten. Wie die von der Grenze wieder nach Hause kommen wollten, blieb mir ein Rätsel.
Neum ist die einzige bosnische Stadt mit Meereszugang, aber nicht wirklich interessant, da sie mehr aus Hotelanlagen besteht.

Der Bus folgte weiter der kurvenreichen Adriamagistrale und irgendwann rückte Dubrovnik in greifbare Nähe. Als schlussendlich der Bus hielt und alle Gäste zum Aussteigen aufgefordert wurden, war ich skeptisch, denn irgendwie hatte ich den Busplatz von Dubrovnik anders in Erinnerung. Nach mehrmaligen Nachfragen wurde mir bestätigt, dass dies der Ausstieg für Dubrovnik ist, denn der Bus fuhr weiter nach Kotor. Allerdings war die Altstadt von hier noch etwa 5 km entfernt und wir mussten mit den öffentlichen Bussen weiter.
Irgendwann sah die Umgebung wieder so aus wie ich sie in Erinnerung hatte. Von der Bushaltestelle begaben wir uns gleich zu Fuß an der Stadtmauer entlang zur Seilbahnstation, denn beim letzten Besuch hatte ich es nicht auf den Berg geschafft. Dort angekommen der erste Schock. Im Internet hatte ich gelesen, dass die Berg-und Talfahrt etwa 10€ kostet und so hatte ich auch das Budget konzipiert. Allerdings war der Preis fast auf das Doppelte gestiegen. Doch nun waren wir einmal hier und zur Not gibt es ja noch Bankautomaten, um den Geldbeutel wieder zu füllen.

DSC03472 KopieVon oben hat man eine ganz tolle Aussicht von den Elafiti Inseln, über die Altstadt und fast bis nach Montenegro. Das Wetter war traumhaft, weshalb der Blick sehr weit reichte. Oben wanderten wir ein wenig umher und genossen die Umgebung.
Nach etwa einer Stunde waren wir wieder an der Talstation und begaben uns Richtung meiner letzten Unterkunft, da man von dort aus einen tollen Blick auf den alten Hafen hat. Wir fanden sie sogar wieder, alles wirkte fast unverändert.

Zurück in der Altstadt leisteten wir uns für 3,50€ ein Pizzastück. Wir hatten schon gemerkt, dass die Preise hier definitiv nicht mit denen in Bosnien zu vergleichen sind, doch so teuer hatte ich die kroatischen Preise nicht in Erinnerung gehabt, denn selbst eine einfache Pizza Margherita war im Restaurant nicht unter 10€ zu bekommen. Ich hatte zwischenzeitlich überlegt die Stadtmauer zu besuchen, aber da diese Tour 15€ kostete, streikte ich schließlich. Die Preise waren zum Wucher geworden und mittlerweile doppelt so hoch wie vor wenigen Jahren. Der Hype, der mit der Fernsehserie „Game of Thrones“ über die Stadt kam, hat zwar viele Touristen mit sich gebracht, aber das Preislevel unverschämt anwachsen lassen. Die Frage ist, was passiert, wenn in einigen Jahren der Hype wieder nachlässt, aber die Touristen die Stadt aufgrund der in Erinnerung gebliebenen Preise eher meiden.

Da wir unser gebuchtes Zimmer erst gegen 15 Uhr beziehen konnten, wandelten wir durch die engen Gassen, die die typische Atmosphäre der Stadt mit sich bringen. Über unseren Köpfen trocknete Wäsche in den Straßen, viele Blumen- und Pflanzentöpfe begrünten die Wege.
Bevor wir im Gassengewirr unsere Unterkunft suchten, hielten wir am Kai des alten Hafens in der Mittagssonne Siesta, was sehr angenehm war, bis auf die Tauben, die uns umlagerten und sogar auf meine Beine stiegen, weil ich ihnen scheinbar im Weg lag.

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Mithilfe des Handynavis fanden wir unsere Unterkunft nahe der Stadtmauer, doch auf unser Klopfen und Klingeln reagierte niemand. Als wir gegen die Tür drückten, öffnete sie sich und um die Ecke standen Briefumschläge mit den entsprechenden Gästenamen und dem Schlüssel.
Das Zimmer machte dem Namen der Unterkunft „Rustico“ alle Ehre, die Wände bestanden aus Naturstein und die Inneneinrichtung war wirklich rustikal.
Unser eingeplantes Budget war jetzt schon fast überschritten, was uns dazu zwang, doch noch etwas Geld am Automaten zu holen, denn ein kleines bisschen was möchte man sich ja doch noch gönnen.
In Dubrovnik gibt es eine kleine Bar, die direkt an der Stadtmauer liegt und man damit die Chance hat, die Sonne im Meer versinken zu sehen. Die Bar war komplett überfüllt und mit der Zeit wurden auch die Getränke knapp. Wir bestellten uns Cola und Erdbeersaft.

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Nachdem die Sonne verschwunden war, machten wir uns auf die Suche nach etwas Essbaren. Zu dieser Jahreszeit hatten nur noch die Hälfte der Restaurants offen, somit war die Auswahl begrenzt. Ein paar Stunden vorher hatte uns ein Herr angesprochen, der Werbung für ein Restaurant in einer Seitengasse machte, das auch bezahlbare Tagesangebote hatte. Wir entschieden uns für Dalmatischen Schinken mit Käse als Vorspeise und Spaghetti mit Meeresfrüchten. Das kostete etwa 23€ pro Person…
Den Abend ließen wir mit einem Spaziergang in den Gassen Dubrovniks ausklingen.

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