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Pocitelj

Dienstag, 31.10.2017 – Počitelj, Kravica Wasserfälle, Blagaj  & Mostar

Da das mit dem Ausschlafen noch nicht so funktionierte wie gewünscht, entschlossen wir uns noch vor dem Frühstück Richtung Innenstadt zu spazieren, um das Altstadtpanorama im Morgenlicht auf uns wirken zu lassen.

Nach unserem Cornflakes-Frühstück brachen wir mit dem Auto Richtung Počitelj auf, einem kleinen Ort an der Neretva etwa 30km südlich von Mostar. Unser Gastgeber meinte, hier würde man das wahre Herzegowina spüren.
Wir fanden recht schnell einen Parkplatz vor den Toren der Stadt, wo wir zu dieser frühen Stunde noch komplett alleine waren, abgesehen von einigen Händlern, die ihre Stände aufbauten.

DSC03258 KopieDas Städtchen Počitelj schmiegte an den Berghang, oben begrenzt von der alten Festung, die erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt wurde.
Da das Tal, in dem Počitelj liegt, als einziges das Dinarische Gebirge durchbricht, galt der Ort einst in den osmanischen Eroberungen als wichtiger strategischer Ausgangspunkt.
Über viele kleine Gassen erklommen wir den Berg zur Festungsruine, die frei zugänglich ist.
Von hier oben hat man einen tollen Blick über den Ort. Selbst den Turm kann man betreten, wobei man dabei durch ein erhöhtes Fenster klettern muss. Innen sieht man, dass sich um die Ruine gekümmert wird, weshalb ich auch nicht das Gefühl hatte, dass das Betreten des Turmes gefährlich wäre.

DSC03272 KopieWir folgten weiter der Burgmauer entlang, um auf die andere Ortsseite zu gelangen, doch irgendwie kamen wir vom offiziellen Weg ab und standen vor einer Hüfthohen Mauer und einem Trampelpfad, der uns hoffentlich zum anderen Teil der Festung bringen würde. Kurzerhand kletterten wir über die Mauer und standen schließlich vor verschlossenen Toren. Scheinbar war dieser Teil der Anlage erst vor einer Weile saniert wurden.
Wir entdeckten ein Gittertor, das zwar mit Absperrband umschlungen war, aber offenstand. In der Anlage selbst sah alles recht neu aus, selbst Toiletten waren vorbereitet. Vielleicht sollte die Anlage im Sommer offiziell zugänglich gemacht werden. Die Aussicht auf das Tal war von hier aus wunderschön.

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Wir spazierten ein wenig durch den Ort, wo viele Häuser unbewohnt scheinen. Ich fragte mich mehrmals, wovon die meisten Menschen in diesen Gebieten leben, denn der Tourismus ist nicht ganzjährig und auch noch nicht so ausgereift wie in Slowenien oder Kroatien und größere Industrieanlagen sahen wir während unseres Aufenthalts nur einmal.
An der Moschee angekommen, bezahlten wir 1,50€ und verhüllten mit unseren Schals ordnungsgemäß unsere Häupter. Soweit ich weiß, wird im Sommer meist die Kleiderordnung etwas gelockert, damit auch Touristen in kurzen Hosen und Tops das Gebäude besuchen können. Die Moschee ist recht klein, aber trotzdem sehenswert.
Während wir zum Auto zurückkehrten, trafen mittlerweile noch einige andere Touristen im Ort ein.

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Von Počitelj sind die Kravica Wasserfälle nahe der kroatischen Grenze nicht weit.
Wir durchquerten einige Ortschaften, die auf ihrem Eingangsschild die kroatische Flaggen trugen, während beispielsweise auf der Strecke Sarajevo nach Mostar viele Ortsnamen auf Kyrillisch geschrieben waren.

Kravica

Der Eingangsbereich, die Gehwege und der Parkplatz an den Wasserfällen schienen komplett neu gemacht worden zu sein. Da waren die 3,50€ für den Parkplatz und den Eintritt gut investiert.
Nach kurzer Zeit erreichten wir die Wasserfälle, die sich auf eine Breite von etwa 100 Metern erstrecken und ein hübsches Panorama ergaben.
Es waren außer uns noch einige Besucher da, aber es war glücklicherweise nicht so überlaufen wie die Krka Wasserfälle in Kroatien.
Einer der zwei Imbisse hatte geöffnet und es wäre sogar möglich gewesen, mit dem Boot auf die andere Flussseite überzusetzten.
Für den Rückweg nach oben gab es einen kleinen Touristenzug, doch über die vielen Treppen waren wir schneller als er am Ausgangspunkt.

Die Mittagszeit war überschritten und so langsam meldete sich der Hunger, doch außer ein paar Souvenirständen am Parkplatz gab es oben nichts, so machten wir uns auf den Weg nach Blagaj.

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Unterwegs nahe des Ortes Ljubuški bemerkten wir auf einem einsamen Hügel eine Burgruine, zu der es wenig später eine Ausschilderung gab. Trotz Hungers war ein Abstecher noch drin.
Die anfängliche Freude über die asphaltierte Straße wurde kurz darauf gedämpft, als sich der Weg in eine Schotterpiste verwandelte, die wir den Berg hochholperten.
Von der ehemalig weitläufigen Festung des Herzogs Stjepan Vukčić Kosača waren nur noch Ruinen übrig, was aber der wunderbaren Aussicht auf die Ebene keinen Abbruch tat. Bis zu den sanften Hügelketten am Horizont konnten wir schauen.

Während wir den Berg nach einer kleinen Gummibärchenstärkung wieder hinabfuhren, meldete sich plötzlich im Auto ein Warnlicht, mit dem wir anfangs nichts anzufangen wussten. Ich hegte die Vermutung, es könnte sich um dem Reifendruck handeln. Nach etwas Internetrecherche bestätigte sich das, aber da wir bei einer äußeren Inspektion keinen Schaden feststellen konnten, setzten wir unseren Weg nach Blagaj fort, wenn auch etwas nervös, denn wenn das Mietauto einen Schaden erlitt, konnte sich das schlussendlich doch auf den Geldbeutel auswirken.
Das Navi leitete uns selbstsicher durch die kleinsten Orte und Straßen, aber als wir schließlich vor einem Feldweg standen und das Navi behauptete, wir müssten dem folgen, wurde es mir zu bunt und wir kehrten um. Es gibt schließlich immer mehrere Wege, die zum Ziel führen.
Irgendwann erreichten wir auf normalem Weg Blagaj und die Vrelo Bune, die Karstquelle des Flusses Buna. Wir parkten für 2€ etwas oberhalb, da wir nicht wussten, dass es weiter unten noch Parkmöglichkeiten gab. Ein Spaziergang tut auch mal gut. Auf dem Weg gab es einige Stände mit Honig, Marmelade oder Souvenirs.

Die Quelle der Buna entspringt unterhalb einer 200m hohen Felswand und hatte im 18. Jahrhundert einen türkischen Sultan so sehr beeindruckt, dass er an dieser Stelle ein dreistöckige Derwischkloster errichten ließ, das sich wunderbar im Wasser spiegelt.
Das Kloster wollten wir nicht besuchen, sondern überquerten stattdessen den Fluss, um die Wasserspiegelung des Klosters besser sehen zu können. Auf dieser Seite war es auch möglich mit einem Schlauchboot bis in die Höhle der Quelle zu fahren.

Unser Hungergefühl war mittlerweile vorüber, obwohl in den zahlreichen Restaurants, die den Fluss säumen, genug Möglichkeiten zur Stärkung gaben. Doch da wir noch Spaghetti im Appartement hatten, sparten wir uns das Geld und traten den Heimweg an.
Unterwegs hielten wir an einer Tankstelle, um den Reifendruck zu prüfen, doch der war in Ordnung und die Leuchte brannte munter weiter.

Nach unserer Spaghetti-Ketchup-Parmesan-Mahlzeit begaben wir uns nach Mostar, um ein wenig einzukaufen und durch die Altstadt zu bummeln.
Auf dem Rückweg passierten wir eine Ecke, an der etwa ein Dutzend hungrige Katzen saßen.

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Da der Supermarkt mit dem Katzenfutter meines Vertrauens nicht weit war, erstanden wir zusätzlich zum Rest des Vortages zwei weitere Päckchen und verteilten deren Inhalt in kleinen Häufchen, damit es kein Gerangel entstand und jede Katze was abbekam.
Ganz unbemerkt blieb unsere Aktion nicht und ein Mann meinte im Vorbeigehen „Good Girls“. Naja, jeden Tag eine gute Tat und so.
Den restlichen Abend verbrachten wir mit Spaghetti essen, Fernsehschauen und Sachen packen für unseren zweitägigen Ausflug. Nebenbei versuchte ich via Handy mit einer Freundin zu klären, wie ich die Warnleuchte im Auto ausbekäme und sie konnte mir zum Glück helfen, da sie selbst einen Renault fuhr.

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