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Donnerstag, 6.9.2017 – östliche Inselrundfahrt

Der Tag begann wolkenverhangen, aber das soll auf Madeira nichts heißen, denn selbst wenn es in Funchal bedeckt ist, kann oben auf den Gipfeln die Sonne scheinen.
Wir begannen unsere Tagesrunde mit einer Fahrt zum dritthöchsten Berg Madeiras, dem Pico do Arieiro. Anders als seine höheren Brüder ist dieser Gipfel gut mit dem Auto zu erreichen.
Unser Auto Erna schnaufte im ersten Gang und mit anderen Autos am Kofferraum klebend die steilen Straßen hinauf. Selbst hier passierten wir extrem sportlichen Radfahrern, die die kurvenreichen Wege mit Muskelkraft bewältigen wollten. Diese Strecken hätte ich nicht mal erlaufen wollen.

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Oben an der Raststation, wo schon einige Reisebusse parkten, fiel mir auf, dass wir etwas Wichtiges vergessen hatten: zu tanken. Die Tankanzeige brannte munter rot vor sich hin und natürlich würden wir hier weit und breit keine Tankstelle finden.
Alles Jammern half nichts und wir genossen erst einmal das herrliche Bergpanorama über den Wolken. Es war eine wunderschöne Aussicht.

Wir hatten eigentlich vorgehabt weiter Richtung Norden über das Gebirge zu fahren, doch ich vermutete, dass mit einem fast leeren Tank weitere Bergfahrten nicht mehr möglich wären, so fuhren wir zurück nach Funchal, das heißt, wir rollten mehr den Berg hinab um Treibstoff zu sparen und Katrin suchte währenddessen die nächstgelegene Tankstelle via Handy.
Als wir endlich die rettende Zapfsäule erreichten, standen wir vor dem nächsten Problem, welchen Kraftstoff wir nutzen sollten, denn wir konnten uns nicht erinnern, was der Mietwagenhändler erzählt hatte. Ich hatte dunkel in Erinnerung gehabt, dass wir Benzin tanken müssten, doch beim ersten Versuch den Zapfhahn in den Tank zu bekommen, passte dieser nicht richtig rein, was uns verunsicherte, ob wir nicht doch Diesel brauchten. Die Unterlagen im Auto waren auch nicht sonderlich aufschlussreich und nach etwas Internetrecherche entschlossen wir uns kurzerhand, den Benzinhahn mit Nachdruck ins Auto zu stopfen. Da wir schon eine Weile hilfesuchend an der Zapfsäule verbracht hatten, kam irgendwann der Tankwart herbeigeeilt, allerdings erst nachdem wir schon angefangen hatte, da Auto zu befüllen. Doch da ich sein, auf einen prüfenden Blick Richtung Auto, folgendes Nicken als positiv bewertete, hatten wir uns wohl richtig entschieden.

Nach diesem Tankabenteuer begannen wir unsere Inselrundfahrt von vorne und brachen Richtung Osten, zum Ponta de São Lourenço auf. Wir wollten dort eine kleine Wanderung durch die karge Landschaft machen.
Beim letzten Mal hatte die Sonne unermüdlich vom Himmel geprasselt, heute pfiff ein unangenehmer Wind und vermittelte eher den Eindruck in Island zu sein. Bei meinem Besuch in Island war das Wetter fast immer stürmisch gewesen, deshalb lag die Assoziation mit dieser Insel nahe.

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Der Weg war recht einfach zu begehen, viele Treppen und Stege führten die Wanderlustigen immer weiter ins Ödland hinein. Die Steilküste hier ist wirklich sehr spektakulär und zeugt von der enormen Kraft der Natur.
Nach einer Weile kehrten wir wieder um, da zum einen eine Toilette nicht schlecht gewesen wäre und wir nur einen kleinen Eindruck gewinnen wollten.
Dieser östliche Zipfel der Insel ist für gewöhnlich die Einflugschneise für alle Flugzeuge, die auf Madeira landen wollen. Aufgrund der starken Fallwinde, die meistens an der Küste herrschen, gilt der Anflug trotz mittlerweile ausgebauten Flughafens als anspruchsvoll.
Wir konnten während unserer Zeit dort viele Flugzeuge beobachten, die sich eher schlingernd dem nahen Flughafen näherten oder gar wieder durchstarteten, abdrehten und nicht wiedergesehen wurden. Ein wunderbarer Vorgeschmack auf unseren Abflugtag …

Zurück am Auto gönnten wir uns ein Eis vom Imbiss und fuhren weiter nach Ribeiro Frio ins Landesinnere.
Die Landschaft wechselte schnell ins saftige Grün und je höher wir kamen, desto mehr lockerte die Wolkendecke auf. Kleine Dörfer drängten sich überall an die Bergflanken und Gipfel und gaben ein sehr beschauliche Bild ab.

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DSC02408In Ribeiro Frio gibt es eine kurze Levada-Wanderung zum Mirador de Balcões. Die Wanderung beginnt nahe einer Gaststätte mit Forellenbecken, wo wir Erna bei dutzenden anderen Autos am Straßenrand stehen ließen.
Die Wanderung ähnelt mehr einem Spaziergang, der schließlich in einer grandiosen Aussicht in ein Tal umgeben von hohen Bergen mündet.
Wir machten eine kurze Pause, aßen unsere mitgenommenen Sandwichs, wobei ich bestimmt ein Drittel davon an die dort ortsansässigen Buchfinken verteilte, die gierig auf unser Essen starrten.
Zurück an der Gaststätte gönnten wir uns ein paar Fischgerichte, Katrin kostete von der geräucherten Forelle und ich ließ mir den für Madeira bekannten schwarzen Degenfisch mit Banane schmecken.

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In Fajal an der nördlichen Küste machten wir Halt am alten Kastell, wo wir als einzige Besucher den Blick über den Ort mit seinem markanten Felsen in Ruhe genießen konnten. Unten in Fajal wurde gerade ein Fest vorbereitet und die Musik drang leise zu uns nach oben.

Fajal

Am Nachmittag kauften wir nahe unserer Unterkunft ein paar Vorräte für den Abreisetag ein, bevor wir den Tag am Pool und auf dem Balkon ausklingen ließen.
Am Abend fand unten wieder der Zumbakurs statt (wir wackelten vom Balkon aus mit) und vom benachbarten Hotel wurden wir mit anderer Partymusik beschallt. Musikalisch waren wir also gut versorgt.

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