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Tropical Garden

Mittwoch, 5.9.2017 – Funchal

Der heutige Tag sollte im Zeichen Funchals stehen.
Zu Fuß brachen wir am Vormittag auf zur Innenstadt, am Anfang konnten wir der Promenade am Meer folgen, später ging der Weg entlang einiger verkehrsreicher Straßen. Bis zur Altstadt brauchten wir etwa eine dreiviertel Stunde, aber da das Wetter ganz schön war, störte das nicht weiter.
Wir wollten unsere Runde durch Funchal auf dem Berg Monte beginnen. Es gibt mehrere Wege, um nach oben zu gelangen, unter anderem die Seilbahn oder der Bus, wobei der Bus bedeutend günstiger ist. Allerdings war die Haltestelle und Ticketsuche etwas schwierig. Die Bustickets kann man an einem zentralen Stand kaufen und mit der Wegbeschreibung von einem Taxifahrer und der Dame aus der Touristeninformation fanden wir ihn schließlich.
Irgendwann standen wir auch an der richtigen Bushaltestelle und die Tour nach oben konnte beginnen.
Die Straßen auf Madeira und speziell in Funchal sind unglaublich steil und teilweise sehr schmal und ich betete inständig, dass die Bremsen des Busses auf dem neusten Stand waren.
Der Bus bewältigte diese Strapazen allerdings fast besser als unser Mietwagen. Die ganze Fahrt über hofften wir den Ausstieg nicht zu verpassen, denn das Problem war, es gab weder Durchsagen noch Anzeigen, welche Haltestelle die nächste wäre und der Bus hielt nur, wenn jemand den Haltewunsch auslöste. Ich spekulierte darauf, dass wir nicht die Einzigen wären, die am Monte aussteigen wollten und verfolgte die Route über das Handy mit.

Auf dem Monte befindet sich zum einen die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Mont und der Tropische Garten (Jardim Botanico). Die Kirche war schnell gefunden, allerdings verbarg sich der Eingang zum Jardim Botanico vor uns, obwohl wir den Wegweiser brav folgten. Wir gelangten immer wieder nur zur Kirche, aber wenn man einmal da ist, kann man sich die Kirche ja mal anschauen. Doch dafür mussten wir uns beeilen, denn vor Ort war mächtig was los. Am Fuße der Kirche befindet sich der Startpunkt für die berühmten Korbschlittenfahrten zurück ins Tal. Dort hatten sich schon einige Leute versammelt, doch die schienen weniger an solch einer Fahrt interessiert zu sein und ebenso die Schlittenführer schenkten ihre Aufmerksamkeit einer Menschentraube, die die Stufen zur Kirche erklommen. Neunzig Prozent der Traube entpuppten sich als Fotografen, die die Treppe hinaufeilten, gefolgt von Herren in Anzügen.
Aufgrund der wichtig aussehenden Autos mit Flaggen, die wir wenig später passierten, erkannten wir, dass der Ministerpräsident von Madeira der Kirche zum selben Zeitpunkt einen Besuch abstatten wollte wie wir. Wir waren zum Glück ein paar Minuten eher da gewesen und konnten einen kurzen Blick ins Innere werfen.

DSC02264 KopieIrgendwann hatten wir den Eingang zum Jardim Botanico doch gefunden. Madeira ist bekannt für seine Gärtenvielfalt und einen wollten wir schon besuchen. Da der Eintritt in die Gärten meist zwischen 10-15€ betrug, sollte es schon einer sein, der uns mehr interessierte und welcher bietet sich da besser an, als der Tropische, der voller chinesischer und japanischer Einflüsse ist.
Das Areal des Gartens lag etwas abschüssig am Berg und war echt riesig. Viele Treppen führten stetig nach unten, gesäumt anfangs von afrikanischen Einflüssen, später von japanischen Torii, Pagodennachbildungen und religiöser Figuren. In der Mitte des Gartens befand sich ein altes Herrenhaus umgeben von künstlich angelegten Wasserspielen und Wasserfällen. Die Pflanzenvielfalt war beeindruckend und wunderschön, es gab einige Koi-Teiche und asiatische Pavillons. Ich hatte wirklich das Gefühl in Japan zu sein.
Man konnte hier sehr viel Zeit zum Spazieren verwenden, doch wir wollten noch einiges anderes an diesem Tag unternehmen, als brachen wir gegen Mittag auf zurück zur Kirche, um mit den Korbschlitten von dort ins Tal zu fahren.

Die Kosten für so eine Fahrt lagen für zwei Personen bei 30€ und auch wenn es teuer war, hat es sich gelohnt.
Die Schlange der Fahrtwilligen war recht überschaubar und nach einer kurzen Wartezeit saßen wir in einem der Korbschlitten, der von zwei Carreiros in traditioneller weißer Kleidung und runden Strohhüten an Seilen in Schwung gebracht wurden.
In hoher Geschwindigkeit sausten wir die engen, unglaublich steilen und kurvigen Straßen entlang, wo im schlechtesten Fall mal ein Auto entgegen kommen kann. Die Carreiros nahmen die Kurven teilweise sogar etwas zackiger, um den Nervenkitzel zu erhöhen.

Gebremst werden konnten die Schlitten nur mit den Gummisohlen der Stiefel, weshalb die Straßen über die vielen Jahrzehnte sehr glatt poliert worden sind.
Nach etwa 10 Minuten hatten wir die 5 Kilometer lange Fahrt beendet und es hat unglaublich Spaß gemacht. Am Ende konnten wir Fotos von uns erwerben, die während der Fahrt von Fotografen am Straßenrand aufgenommen worden war und wir ließen uns dazu hinreißen.
Der Endpunkt der Fahrt liegt etwas weiter von der Innenstadt entfernt und entweder man läuft zu Fuß, nutzt den Bus, der aber nur aller halben Stunden fuhr oder lässt sich von einem der unzähligen wartenden Taxifahrer ins Tal kutschieren.
Mit uns warteten an der Bushaltstelle noch einige andere Touristen, wo ich ein älteres Ehepaar, aufgrund ihrer Brille (ich bin Optikerin) als Deutsche identifizierte.
Einer der Taxifahrer hatte ein Angebot gemacht, uns für etwa 30€ in die Stadt zu bringen, also überredete ich das Pärchen, sich mit uns das Taxi zu teilen, denn dann wäre die Fahrt erschwinglicher und wir alle recht schnell am Ziel.

Nach etwa zehn Minuten ließ uns der Taxifahrer an der Markthalle in Funchal raus und wir verabschiedeten uns von dem Rentnerehepaar.
In der Markthalle wurden Fisch, Fleisch, Süßigkeiten und Obst angeboten und ich erstand für einen stolzen Preis einige exotische Früchte.

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Von dort spazierten wir weiter zum Rathausplatz „Praça de Municipio“. Besonders hier fiel das Kontrastspiel zwischen hell und dunkel auf, was die ganze Altstadt prägt. An dem großen Platz mit dem markanten schwarz-weißen Straßenpflaster stehen drei wichtige historische Gebäude. Zum einen das Rathaus an der Stirnseite, das das Stadtmuseum beherbergt. Daran grenzt die beeindruckende Kollegiumskirche „Igreja do Cólegio“ an und gegenüber befindet sich das ehemalige Bischofspalais, das heute ein Museum für religiöse Kunst ist.

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Wir schlenderten noch ein wenig durch die Altstadt, verköstigten etwas Eis, bevor wir mit dem Bus zu unserem Apartment zurückfuhren. Wir stiegen irgendwann nach Gefühl aus, als wir glaubten langsam in unserer Wohngegend angekommen zu sein, denn wie schon auf der Fahrt zum Monte gab es keine Anzeigen, wo man sich befindet.

cats2Den restlichen Tag verbrachten wir am Pool und gegen Nachmittag machten wir uns noch einmal auf dem Weg zum Strand Praia Formosa, wie wir es ein paar Tage zuvor gemacht hatte. Dort teilten wir uns in einem kleinen Restaurant an der Promenade einen Teller mit Scampi und ließen den Abend im Apartment auf dem Balkon ausklingen.

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