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Sonnenaufgang

Montag, 4.9.2017 – Einmal quer über die Insel

Die Nacht war recht kurz gewesen. Da die Wohnung keine Klimaanlage besaß, hatten wir die Balkontür offen gelassen. Ein Nachteil an der unmittelbaren Nähe zum Meer ist, dass das Meeresrauschen eine dauerhafte Geräuschkulisse bildet und bei mir den Eindruck erweckte, es würde einen Wolkenbruch und Starkregen geben, was mich unruhig schlafen ließ.
Doch die Sonne strahlte uns während des Frühstücks munter ins Gesicht und von Regen war weit und breit keine Spur.
Da wir nun einmal recht früh wach waren, nutzen wir die frühe Stunde und fuhren wie schon am vorherigen Tag Richtung der Steilklippe Cabo Girão, wo es einen sogenannten Skywalk gibt, eine gläserne Aussichtsplattform, die den Besucher über dem Abgrund schweben lässt.
Dieser Aussichtspunkt ist sehr beliebt, weshalb sich die frühe Stunde lohnt, wenn man nicht mit anderen Touristenmassen vor Ort kuscheln möchte. Die Aussicht war wirklich spektakulär und ermöglichte einen wunderbaren Blick auf die beeindruckende Landschaft der Atlantikinsel.

Von dort aus fuhren wir nach Serra de Água, wo uns eine kurvenreiche Straße zum Pass Estalagem Encumeada führte. Auf dem Weg dort hin gab es immer wieder Möglichkeiten an kleinen Raststellen zu halten, um die Landschaft auf sich wirken lassen zu können. Der Ort Serra de Água liegt in einem weitläufigen, tiefen Tal, das von hohen Bergen umschlossen ist und besonders von der Bergstraße aus hat man einen tollen Blick auf die typischen Terrassenförmigen Felder, die man sehr oft auf Madeira finden kann.

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Auf dieser Strecke machte es sich bemerkbar, dass das Mietauto wenig PS hatte.
Im Schneckentempo erreichten wir irgendwann den Pass, von wo man bei klarem Wetter in beide Richtungen den Ozean sehen kann. Allerdings war es auf der südlichen Seite dunstig und auf der Nordseite zogen gerade Wolken auf, so konnten wir nur das unmittelbare Bergpanorama bewundern.

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Wir folgten der Straße weiter nach Norden nach Porto Moniz. Irgendwo auf halber Strecke tauchten mitten auf dem Hochplateau Massen von parkenden Autos auf. Frei nach dem Motto „Wo Autos stehen, muss es ja was geben“, stellten wir das Auto am Straßenrand ab und begaben uns auf Informationssuche. Recht schnell begriff ich, dass dies der Ausgangspunkt für die Wanderung zum Risco-Wasserfall war, der auch auf meinem Plan stand. Allerdings waren wir für diesen Tag dafür nicht vorbereitet und aufgrund der Anzahl parkender Autos verschoben wir den Ausflug dorthin auf ein anderes Mal und dann würden wir definitiv zu einer früheren Stunde dort sein.
Kuh im NebelAuf dem Weg nach Porto Moniz änderte sich irgendwann schlagartig das Wetter. Die Sonne wich dem Nebel und die Straße über den Kamm war zeitweise nur noch schwerlich zu erkennen. Wir ließen den Nebel auf dem Weg nach unten hinter uns, der Himmel blieb wolkenverhangen. Zum Wetter änderte sich auch die Botanik. Die Landschaft wurde viel grüner, andere Pflanzen wuchsen am Wegesrand und die Bananenplantagen wichen dem Weinanbau.

In Porto Moniz gibt es ein natürliches Bassin umrandet von Lavagestein, wo man im Meerwasser baden kann. Die Temperaturen hatten merklich abgekühlt, weshalb uns nicht unbedingt nach Baden zumute war und wir weiter nach São Vicente fuhren.
GrutasIn São Vicente kauften wir etwas zur leiblichen Stärkung und beschlossen den Grutas, einem vulkanischen Höhlensystem einen Besuch abzustatten. Madeira ist eine Vulkaninsel und die Grutas sind ehemalige Lavagänge, die vor 890.000 Jahren durch einen Vulkanausbruch in Paul da Serra gebildet worden. Auf dem Gelände gibt es eine Ausstellung, wo man sich über Vulkanismus informieren kann. Ich empfand das Ganze als sehr interessant und da das Wetter sowieso eher trüb war, war der Besuch dort eine ideale Nachmittagsbeschäftigung.

Nonnental

Auf dem Heimweg machten wir noch einen Abstecher zum Nonnental, Curral das Freiras, das etwa 19 km von Funchal entfernt versteckt im Landesinnern liegt. Curral das Freiras wurde einst von Mönchen gegründet, die vor französischen Seeräubern, die auf Madeira landeten, flohen und sich in diesem abgelegenen Tal niederließen.
Die Straße dorthin war überaus schmal, führte an tiefen Schluchten und steilen Bergflanken vorbei und wenn ein anderes Auto oder gar ein Bus entgegen kam, wurde es schon sehr interessant. Wir fuhren zunächst einmal quer durch den Ort, bis wir auf dem Rückweg die Ausschilderung zum Aussichtspunkt fanden, der den berühmten Blick auf den kleinen Ort freigibt. Der Ort klebt regelrecht an den Berghängen und gibt ein sehr beschauliches Bild ab.

Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft hielten wir an einer Kirche nahe unserem Wohngebiet, die wir von der Autobahn immer als unseren Abfahrtshinweis ausmachten. Wir hatten allerdings wieder einmal das Pech, während des Gottesdienst dort einzutreffen, weshalb uns nur ein kurzer Blick ins Innere vergönnt war.

Am Abend brachen wir zu einem Spaziergang zum etwa 30 Minuten entfernten Strand auf, wo wir die Sonne im Meer versinken sahen.

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