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Das Leben wird nicht an der Anzahl unserer Atemzüge gemessen, sondern an den Momenten, die uns den Atem rauben.

George Carlin


Terrassenfelder

Sonntag, 3.9.2017 – Anreise

Die Reise nach Madeira von Katrin und mir begann nachts halb 2.
Der Flug nach Funchal sollte halb 6 von Prag aus starten.
Die Fahrt nach Prag verlief problemlos, bis zu dem Zeitpunkt als es um das Thema Parkplatz ging. Ich hatte im Vorfeld einen externen Parkplatz nahe des Prager Flughafens gebucht, den ich schon einmal genutzt hatte. Als wir an besagten Areal ankamen, war alles dunkel und niemand schien uns zu erwarten. Auf mein Klopfen am Wächterhäuschen öffnete nach einer Weile ein mürrischer Mann, der mich mit einigen Brocken Englisch, aus denen ich das Wort „Closed“ (geschlossen) heraushörte, abzuwimmeln versuchte. Ich dachte nur, wie jetzt closed? Ich hatte doch den Parkplatz gebucht und eine Rückmeldung, dass das zurzeit nicht möglich wäre, hatte ich auch nicht bekommen. Aber gut, vielleicht hatte ich mich um die Adresse geirrt und obwohl ich mir zu 99% sicher war, stiegen wir wieder ins Auto und fuhren ein Stück weiter. Da ich mich natürlich nicht geirrt hatte, standen wir einige Zeit später erneut vor dem Häuschen und ich bat den schlecht gelaunten Herrn durch energisches Klopfen zu mir, denn selbst wenn der Parkplatz aktuell nicht nutzbar wäre, brauchten wir ja eine Alternative, wo wir das Auto für eine Woche stehen lassen könnten und ein Feldweg im Nirgendwo erschien mir nicht die passende Lösung. Nach einigem Hin und Her zeigte der Mann mir auf seinem Handy einen anderen Parkplatz, dessen Wegbeschreibung ich mir in der Kürze der Zeit nicht merken konnte, doch zum Glück wusste ich den Namen noch, als wir uns wenig später mit Hilfe von Google Maps den Weg durch verschlafene Dörfer bahnten.
Irgendwann erreichten wir den anderen Parkplatz und konnten schließlich mein Auto loswerden.
So viel Stress am frühen Morgen, mit der Abflugzeit im Nacken ist echt berauschend…
Der Check-in am Flughafen funktionierte super, genauso wie der Flug zum Zwischenstopp Lissabon. Gegen halb 9 hatten wir das erste Mal portugiesischen Boden unter unseren Füßen.

Etwa 3 Stunden Aufenthalt in Lissabon waren allerdings zu kurz, um uns näher in die Innenstadt zu begeben, weshalb wir uns damit begnügten, das angrenzende Wohngebiet am Flughafen ein wenig auf uns wirken zu lassen und die restliche Zeit auf einer Bank in einem Park zu verbringen.

Unterkunft

Gegen 14Uhr erreichten wir Madeira.
Am Flughafen in Santa Cruz bekamen wir einen kleinen Fiat, der uns die Woche gute Dienste erweisen sollte, trotz seiner Macken.
Schon auf dem Weg nach Funchal, was über die Autobahn etwa eine halbe Stunde entfernt liegt, fiel auf, dass dieses Auto sehr wenig Kraft hatte. Die Straßen auf Madeira inklusive der Autobahn sind sehr bergig und das kleine Auto, das wir auf den Namen Erna tauften, schaffte es nur schwerlich eine angemessene Geschwindigkeit zu erreichen.

An unserer Unterkunft am Rande von Funchal wurden wir schon von Karla, unserer Vermieterin erwartet. Wir hatten eine Wohnung in einer Art Hochhauskomplex gebucht, nahe dem Meer, mit schöner Aussicht und einem Hauspool. Mit Karlas und Katrins Hilfe schaffte ich es den kleinen Wagen in eine noch kleinere Parklücke vor dem Haus zu manövrieren.

Karla gab uns noch einige Tipps für die Umgebung und nach der Schlüsselübergabe konnte unsere Entdeckungsreise auf Madeira losgehen. Da es erst früherer Nachmittag war, beschlossen Katrin und ich, dass wir den Tag noch etwas nutzen könnten. Also zwängte ich das Auto wieder mit viel Angstschweiß auf der Stirn von dem Miniparkplatz auf die Straßen.
Wir fuhren Richtung der Steilküste Cabo Girão, wo es in der Nähe die Seilbahn Fajã dos Padres gibt, die einen nach einer fast senkrechten Fahrt direkt ans Meer bringt. Auf der Fahrt nach unten beschleicht einen fast das Gefühl zu fallen, es war sehr abenteuerlich und unterhaltsam und man sollte schon schwindelfrei sein. 19Uhr fuhr die letzte Bahn nach oben, also hatten wir etwa anderthalb Stunden, die wir am Meer verbrachten. Der Ort Fajã besteht eigentlich nur aus kleinen Weinbauflächen, Bananenplantagen, einer Snackbar, zwei kleinen Häusern und der Seilbahnstation.

Wir waren nicht die einzigen Besucher, die sich am Meer tummelten. Nach einer etwas schwierigen Kletterpartie über den sehr steinigen Strand konnten wir das erste Mal das Wasser des Atlantiks testen, dass ich fast kälter erwartet hatte.  Es empfiehlt sich sehr, feste Badeschuhe anzuhaben, da man sonst mehr über den Strand kriecht als geht. Nachdem wir wieder an Land gespült wurden, fuhren wir zeitnah zurück nach oben.

Wir nutzen den angebrochenen Nachmittag ein wenig für Funchal und ließen Erna in einem Parkhaus in der Innenstadt stehen. Die Altstadt war recht überschaubar, ansonsten ist die Hauptstadt Madeiras relativ modern gebaut und kleine verträumte Gassen, wie man es vielleicht aus anderen südlicheren Ländern kennt, wird man hier nur schwer finden. Die Kathedrale in der Altstadt konnten wir an diesem Tag nicht besichtigen, da wir nicht in den Gottesdienst platzen wollten.

Den restlichen Abend verbrachten wir nach einem Bummel im nahe gelegenen Einkaufscenter bei Spagetti und einem guten Buch auf dem Balkon unseres Apartments.

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