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Dienstag, 28.02.17 – Rentierschlittenfahrt

Wenn man in Tromsø ist, hat man meist vier unterschiedliche Outdooraktivitäten, die man buchen kann: Snowbiking, Whale watching eine Hunde- oder Rentierschlittenfahrt. Eine Tour mit den Hunden hatte ich das letzte Mal unternommen, diesmal waren die Rentiere dran.

Lyngsfjord

CampDer Treffpunkt war 9 Uhr morgens das Scandic Ishavshotel am Hafen. Vor Ort warteten schon viele Touristen auf ihre Abfahrt und wir wurden verschiedenen Bussen zugewiesen.
Im gut gefüllten Reisebus saß ein Mann aus Hessen neben mir und da wir gut ins Gespräch kamen, verging die anderthalb Stunde Fahrt recht flott. Er und seine Familie hatten die Hundeschlittenfahrt gebucht und für den nächsten Tag eine Polarlichtausfahrt. Ich erzählte ihm, dass wir für 300 Euro einen Mietwagen für 5 Tage hatten und somit frei von irgendwelchen geführten Polarlichttouren agieren konnten. Er meinte auch, dass es definitiv günstiger mit Mietwagen gewesen wäre, denn er und seine fünfköpfige Truppe bezahlten über 500€ für diese Ausfahrt. Definitiv kein Schnäppchen.

Mitten in einem einsamen Tal umgeben von hohen Bergen, unweit der schwedischen Grenze befanden sich mehrere Hütten, was sich als unser Camp von „Lyngsfjord Adventures“ entpuppte. Wir erhielten Stiefel und Overalls, um die Kleidung zu schonen, anschließend wurden wir in Gruppen aufgeteilt, um zu den unterschiedlichen Aktivitäten zu starten.

RentierfütterungEin Ehepaar in traditioneller Sami-Kleidung holte uns ab und brachte uns zu einem nicht weit entfernten Sami-Zelt, das mit Rentierfell ausgelegt war. Zu zwölft quetschten wir uns in die gut beheizte Jurte und die Beiden fingen an uns das Sami- und Nomadenleben mit den Rentieren näherzubringen. Beispielsweise legen sie im Jahr mit den Tieren um die 600km zurück, um in das Sommer- bzw. Wintercamp zu kommen.
Dabei fiel auf, dass der Mann scheinbar allergisch auf seine traditionelle Fellmütze reagierte, denn er musste sich ständig kratzen. Ich lernte auch, dass die Rentiere jedes Jahr ihr Geweih abwerfen und eines dieser Geweihe durften wir dann mit einem Lasso versuchen zu fangen.
Dann wurden die Rentiere gefüttert und zu den flachen traditionellen Holzschlitten gebracht.

Zu zweit auf dem Schlitten ging es in Reih und Glied ins Tal hinein. Leider wärmte mich die ausgeliehene Kleidung nicht wirklich und ich fror immer mehr ein, trotz des strahlend blauen Himmels. Die Sonne erreichte zu dieser Jahreszeit den Talabschnitt nicht. Irgendwann waren wir wieder zurück am Gehege. Die Tiere wurden gefüttert, es wurde noch etwas geredet bis es schließlich zurück zum Camp in die warme Essenshütte mit den anderen Gruppen ging. Dort versuchte ich am Ofen etwas aufzutauen. Als Essen gab es traditionelle Rentiersuppe, Tee und ein norwegisches Süßgebäck.
Bevor wir mit dem Bus zurück nach Tromsø fuhren, spazierten wir noch etwas über das Gelände, unter anderem zu den Huskys, die man bei einer Schlittenfahrt sogar selbst führen darf.

Die Rückfahrt verschlief ich größtenteils.

Im Café Globus, von dem ich das letzte Mal vor anderthalb Jahren schon so begeistert gewesen war, gönnten wir uns noch etwas Kuchen, heiße Schokolade und Kaffee.

Für den Abend war etwas mehr Polarlichtwahrscheinlichkeit vorhergesagt. Wir fuhren gegen 18.00Uhr mit dem Auto los nach Kvaløya, zum Skulsfjord.

Mittlerweile war es schon recht dunkel, besonders wenn man das Gebiet Tromsøs verlassen hat. In Norwegen sind selbst die kleinsten Dörfer mit starker Beleuchtung ausgestattet, weshalb man schon eine Weile fahren muss.

erstes Leuchten

Die Berge wirkten im restlichen Dämmerungslicht wie ein Scherenschnitt. Darüber leuchtete die Sichel des Mondes.
Wir entschlossen uns kurz zu halten, um diese Landschaft auf Fotos verewigen.
Nach einigen Aufnahmen bemerkte ich etwas Seltsames auf dem Display meiner Kamera. Am rechten Rand machte sich ein grüner Fleck breit. Ich hatte so eine Ahnung und drehte die Kamera ein wenig und siehe da, auf dem nächsten Foto war eindeutig ein Streifen des Polarlichtes zu erkennen.

Die Freude war groß, auch wenn es mit bloßem Auge kaum auszumachen war. Über den Bergen sah es mehr aus wie ein Wolkenstreifen, auf dem Kameradisplay leuchtete es aufgrund der Langzeitbelichtung eindeutig grün.

_DSC0342 KopieDas Hochgefühl war geweckt, denn die Aurora Borealis hatte sich gezeigt. Wir fuhren weiter Richtung Skulsfjord und das Leuchten am Himmel wurde immer intensiver. Leider war das Ufer sehr beleuchtet und wir fanden keine dunkle Stelle mehr, doch das war auch nicht mehr nötig.
Als wir das Auto auf dem Gelände eines Hauses parkten (der Besitzer schaute nur kurz raus, schien sich aber nicht daran zu stören), war die Aurora trotz Straßenlaternen wunderbar zu erkennen.

 

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Ein riesiger grüner Streifen zog sich über den Himmel. Ständig wechselte das Bild. Mal wehte leicht ein Vorhang am Rand und verschwand wieder, mal bewegte sich nur der Hauptstreifen.
Nach einer Weile verließen wir den Ort und parkten in einer Haltebucht am Ufer. Zeitweise schlängelten sich 5 grüne Streifen über den Himmel.

Vorhänge...

Wir hielten immer wieder an verschiedenen Stellen.
Später wurde aus den einzelnen grünen Streifen, ein mehrstufiger Vorhang der vor sich hin wehte. Es war einfach gigantisch und absolut beeindruckend.
Ein Traum war in Erfüllung gegangen.

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