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Sonnenaufgang in Tromsdalen

Montag, 27.02.17

Die Nacht war okay gewesen, nur mit der Zeit stellte sich das Sofa zum Schlafen als ein wenig unbequem heraus, doch mit etwas Herumrollen ging es.

Nach dem Frühstück liefen wir zu Fuß durch die Innenstadt von Tromsø bis zur Bruvegen Brücke, die das Stadtzentrum mit dem Stadtteil Tromsdalen verbindet. Da Tromsø nicht sehr groß ist, kann man fast alles fußläufig erreichen.
Die Brücke ist über einen Kilometer lang und wir brauchten aufgrund der vielen Fotostopps fast 20 Minuten, davon 15 Minuten nach oben und 5 wieder hinab. Das Wetter war herrlich klar und sonnig und so bot sich uns eine tolle Aussicht auf die beiden Stadtteile und die umliegenden Berge.

 

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EismeerkathedraleDirekt am Ende der Bruvegen befindet sich die bekannte, sogenannte Eismeerkathedrale, Ishavskatedralen, ein recht moderner Kirchenbau. Gerade als wir über die Brücke liefen, ging hinter der Kirche und den Bergen die Sonne auf und tauchte alles in strahlendes Licht.
Bei meinem letzten Besuch Tromsøs im November 2015 hatte ich die Eismeerkathedrale nicht von innen besichtigt, doch diesmal bot es sich an. Eigentlich bin ich keiner großer Fan moderner Architektur, aber in der Eismeerkathedrale kann ich mir schon vorstellen mal einem abendlichen Konzert beizuwohnen, wie es zu den Polarnächten angeboten wird.

Hinter der Kirche wiesen Schilder den Weg zur Seilbahn Fjellheisen für den Storsteinen, dem Hausberg Tromsøs.
Die kleinen Straßen führten durch ein Wohngebiet, das in den Wintermonaten vermutlich nie die Sonne sieht.
Da wir recht früh unterwegs waren, befanden sich auch nur 4 weitere Touristen in der Talstation, die zum Storsteinen wollten.
Eigentlich stand im Internet, dass die Fahrten aller halben Stunden starteten, doch unabhängig von der Abfahrtszeit wurden wir sofort den Berg hinaufgebracht. Die Fahrt dauerte nur 4 Minuten.

Tromso von oben

Die Aussicht von oben war beeindruckend. Hier fiel erst richtig auf, dass das Zentrum von Tromsø auf einer Insel liegt. Bei dieser klaren Sicht konnten wir auch die Berge des Fjords von Ersfjordbotn ausmachen. Einfach traumhaft.

 

Mit der Zeit kamen immer mehr andere Besucher an und so entschlossen wir uns nach etwa einer Stunde wieder in Tal hinab zu fahren. Mittlerweile hatte sich vor der Talstation eine lange Schlange gebildet und der Parkplatz davor war gut gefüllt. Also hatten wir zeitlich alles richtig gemacht. Das Tolle war, dass die Seilbahnfahrer sich nichts aus vorgegebenen Abfahrtszeiten machten, sondern losfuhren, sobald die Gondel voll war. Das nahm etwas den Stress heraus.

Nach einer guten Dreiviertelstunde erreichten wir wieder unser Appartement, wo wir aus unseren mitgebrachten Nudelgerichten ein Mittagessen zauberten.

Ersfjordbotn

Danach fuhren wir mit dem Auto Richtung Kaldfjord mit dem Ziel Tromvik auf der Nachbarinsel.
In Kaldfjord und Ersfjordbotn machten wir einige Fotostopps. Leider war der Hügel über Ersfjordbotn nicht zu Fuß zugänglich, somit musste die Aussicht vom Fjordufer aus genügen.

 

wilde RentiereSchmale, teils vereiste Straßen führten uns immer weiter um die Insel Kvaløya herum.
Plötzlich kam uns eins der wenigen Autos mit Lichthupe entgegen und die Insassen bedeuteten uns langsamer zu fahren. Während wir noch über den Grund nachsinnierten, stand die Antwort hundert Meter entfernt vor uns.
Eine kleine Herde Rentiere trabte gemächlich die Straße entlang.
Wir ließen für ein paar Minuten das Auto stehen, um Fotos zu machen und ihnen ein Vorsprung zu geben, bis wir ihnen langsam folgen konnten. Die Rentiere ließen sich von den Autos nicht aus der Ruhe bringen, blieben teilweise vor ihnen stehen oder begutachteten die seltsamen Metallbüchsen nur.
Irgendwann hatten wir sie überholt und ließen sie hinter uns.

Snowkiting
Vorbei ging es an zugefrorenen Seen, wo ein paar Leute Snowkiting betrieben, das heißt, sie surften mit einem Zugdrachen und Snowboards über die Freifläche.

 

Am Ufer des Meers in Grøtfjord hielten wir erneut, denn so viele Möglichkeiten einen Blick auf das offene Meer werfen zu können, gibt es hier nicht.
Der eiskalte Wind pfiff durch die Haare und spätestens der gefrorene Sandstrand machte klar, dass dies hier nicht der angenehmste Ort war. Mein Vater war mutig genug das Atlantikwasser mit der Hand zu testen. Meine Hände waren extrem eingefroren, somit hätte ich die Wassertemperatur sowieso nicht erfühlen können.
Recht schnell kehrten wir zum Auto zurück.

 

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Tromvik sah auf den Karten immer relativ bedeutend und groß aus, doch in der Realität entpuppte es sich als verschlafenes Fischerdorf mit Fischfabrik, weshalb es auch passieren kann, dass einem auf den schmalen Straßen ein LKW entgegenkommt.

_DSC0171 KopieSpontan entschlossen wir uns der Straße noch weiter zu folgen, die in Rekvik enden sollte.
Wir hatten die Hoffnung vielleicht die Sonne im Meer verschwinden zu sehen. Auf dem Weg nach Rekvik passierten wir einen Pass, von wo aus man eine tolle Aussicht auf die Bucht von Tromvik hat.

_DSC0182 KopieAls wir den Hügel überquerten, stellten wir fest, dass uns das Glück hold war, denn die Sonne steuerte langsam die Wasseroberfläche an und tauchte die Berge in schwarze Schatten.
Die letzten Strahlen der Sonne spiegelten sich rot glühend im Meer, bis sie sich schlussendlich für diesen Tag verabschiedete.
Wirklich traumhaft.

Sonnenuntergang

Da der Himmel immer noch recht klar war, vertrödelten wir noch etwas Zeit mit Herumsitzen, Essen und Spazieren, um auf die Dunkelheit zu warten.

Allerdings verkündeten diverse Polarlichtapps recht wenig Aktivität für diese Nacht, somit fuhren wir langsam zurück Richtung Tromsø, aber immer wieder mit dem Blick nach oben.
Die Dämmerungsphase um diese Jahreszeit dauerte fast 2 Stunden: 16.30Uhr war die Sonne im Meer versunken, gegen 18.45Uhr war es dunkel. Man musste sehr viel Geduld mitbringen.

Aktivitätsmäßig passierte nichts mehr, so verbrachten wir den Abend im Appartement.

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