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Häuserreihen in der Altstadt

Samstag, 25.3.17 – Kopenhagen

Die Nacht war ein wenig unruhig gewesen, was aber weniger am Hotel lag, sondern am Sturm draußen, der die Fenster klappern ließ.
Am Morgen hatte es aber wieder aufgeklart.

DSC00970 KopieNur 5 Minuten von einem Hotel entfernt befand sich eine Station der Kopenhagener Metro. Ich hatte noch in Deutschland 50€ in dänische Kronen umgetauscht. Allerdings half mir mein Geld an der Station nichts, denn der Ticketautomat wollte Münzen oder Kreditkarte und ich hatte nur Scheine dabei.
Auf dem Bahnsteig konnte mir leider niemand meine Scheine tauschen, also verließ ich die Station wieder, um mir ein Geschäft oder Restaurant zu suchen, die mir vielleicht helfen könnten.
Nach kurzem Herumirren fand ich ein kleines Café, wo mir der nette Angestellte ohne Probleme Münzen herausgab. Ich hatte fast schon ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht noch etwa gekauft hatte, aber ich wollte ja Geld sparen und der junge Mann sah das Ganze auch nicht so verbissen.

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Zurück in der Station konnte ich endlich ein Tagesticket erwerben und nach gerade einmal einer Minute traf einer der vollautomatischen und fahrerlosen Züge ein. Ich hatte im Vorfeld schon von diesen Zügen gehört, konnte mir das Ganze nur nicht recht vorstellen. Dort, wo sonst in Metros das Fahrerabteil ist, war nur eine große Fensterscheibe, wo dahinter die Fahrgäste sitzen und die Fahrt genießen können. Auch sonst war kein Zugpersonal auszumachen.

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Nach nur 8 Minuten Fahrt erreichte ich gegen 10.15Uhr die Station Kongens Nytorv im Zentrum der Stadt.
Als ich das Metrogebäude verließ war ich erst einmal etwas ratlos, wohin mich mein Weg führen sollte. Ich zückte mein Handy, um Google Maps zu befragen, wo ich überhaupt gelandet war und in welche Richtung die nächste Sehenswürdigkeit liegt.
Ich entschied mich für das nur wenige Minuten entfernte Schloss Christiansborg, unter dessem Dach die drei Staatsgewalten Dänemarks beherbergt sind. Das Gebäude als solches ist ein beeindruckender Neobarocker Bau. Auf dem Innenhof trabten zwei Pferde über einen Reitplatz.

Der bekannte Vergnügungspark Tivoli lag nur einen Katzensprung entfernt und obwohl er um diese Zeit geschlossen war, wollte ich wenigstens einen kurzen Blick darauf werfen.

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DSC00991 KopieVon dort aus war der Rathausplatz nicht weit. Das Schöne an Kopenhagen ist, dass alle wichtigen und interessanten Sehenswürdigkeiten in und um die Altstadt herumliegen und die Altstadt fußläufig recht gut zu bewältigen ist.
Vor dem Rathausplatz tummelten sich mehrere Touristengruppen und junge Leute boten günstige Stadtführungen an. Vom Rathausturm hat man sicher einen tollen Blick über die Stadt, doch ich hatte im Internet gelesen, dass der Runde Turm vorzuziehen wäre, besonders wenn man treppenfaul ist.

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DSC00998 KopieBis zum Runden Turm mitten in der Altstadt brauchte ich etwa 10 Minuten durch die vielen kleinen Straßen voller Backsteingebäude. Mir fiel auf, dass Kopenhagen eine sehr saubere Stadt ist, aber natürlich gab es auch hier da Ecken, wo einige Partygänger des Nachts den Weg wohl nicht mehr zur Toilette geschafft hatten, doch solche Geruchsstellen waren eher die Ausnahme.

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DSC01005 KopieDer Runde Turm (Rundetårn) grenzt direkt an die Dreifaltigkeitskirche und für dänische Verhältnisse günstige 25 Kronen (ca. 3,40€) kann man das Dach erklimmen. Innen gibt es gar keine Treppen, somit ist auch ein Besuch mit Kinderwagen möglich.
Runde um Runde schraubte sich der Weg nach oben, nur auf dem letzten Viertel kamen Stufen zum Einsatz. Davor waren schon einige Kinderwagen geparkt.
Von oben gab es eine tolle Aussicht über die Stadt und da das Wetter auch mitspielte, reichte die Sicht bis zum Meer und der Brücke, die nach Malmö (Schweden) führte.

Während ich nach unten lief, kam mir eine Frau mit einer Disney Store Tasche entgegen und nach kurzer Recherche wusste ich auch, wo dieser zu finden war. Doch einen Besuch dort verschob ich auch den Nachmittag, denn es war nach um 11 und ich wollte um 12 der Wachablösung vor der Amalienborg beiwohnen.

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Vorher besichtigte ich die an den Runden Turm angrenzende Dreifaltigkeitskirche, deren beeindruckendes Kirchschiff mir wie eine Mischung aus den schlichten norwegischen Holzkirchen und den imposanten, katholischen Kathedralen erschien.

Auf dem Weg zur Amalienborg querte ich den Park des Rosenborg Schlosses, wo jede Menge Krokusse blühten, da mir aber die Zeit im Nacken saß, verschob ich einen längeren Besuch auf die zweite Hälfte des Tages.

DSC01034 KopieAuf dem königliche Schlossplatz der Amalienborg tummelten sich schon hunderte Schaulustige und einige wenige Polizisten.
Anders als vor anderen Königshäusern gibt es hier keine direkte Abgrenzung der Königsfamilie, denn man kann sich dem Gebäude bis auf drei Schritte nähern. Nur Anlehnen oder die Treppe betreten sollte man nicht, denn dann winken die Wachen einen zurück.
Der Schlossplatz ist von vier sehr ähnlich aussehenden Gebäuden umschlossen und nur die gehisste dänische Flagge gibt zur Erkennen, welches der Gebäude der königliche Sitz ist und ob die Familie überhaupt zu Hause ist.

Zehn vor um zwölf liefen die Polizisten durch die, über den ganzen Platz, verteilte Menge und bedeutete den Wartenden an welche  der dunklen Bodenlinien man sich aufreihen dürfe, um der Wachablösung nicht im Weg zu stehen.

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DSC01037 KopieDiese kamen wenige Minuten später um die Straßenecke nahe der Frederikskirche, gut zuerkennen an ihren hohen Puschelhütten, die denen der englischen Garde verdächtig ähnlich sahen. Die Wachablösung näherte sich der Menge bis auf 2 Schritte, bis sie schlussendlich vor einem der Gebäude Aufstellung nahmen und warteten bis das Kirchengeläut geendet hatte. Zwischenzeitlich zeigte einer der sechs Polizisten, dass wir zu nächsten Linie vorrücken durften und so entstand ein ordentliches Durcheinander auf dem Platz, als alle losrannten.
Ich fand das Ganze sehr amüsant, denn solch eine lockere Ablösung hatte ich noch nie gesehen. Meist verstecken sich die Wachen hinter hohen Zäunen und wirklich nah sieht man sie selten.DSC01051
Irgendwann verteilten sich alle Touristen wieder quer über den Platz, während die Wachablösung jeden einzelnen ihrer Kollegen vor den verschiedenen Gebäuden ansteuerte. Der Weg wurde dabei immer von einem Polizisten freigewedelt.

Diese Art der Wachablösung war echt unterhaltsam und entspannt, auch wenn zwischenzeitlich Polizisten durch die Menge gingen, um vor Taschendieben zu warnen.

Von der Amalienborg war es nicht weit bis zum Wasser, wo man auf der anderen
Uferseite den modernen Bau der Oper bestaunen kann.

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Hier unterbrach ich erst einmal meine Sightseeing-Tour und begab mich zur Metro und zurück zum Hotel, wo ich mein Mittagessen kochen wollte, um anschließend noch den Strand nahe des Hotels zu erkunden.

Mein Hotelzimmer hatte eine kleine Kochecke mit Induktionsplatte, die mir allerdings ihre Dienste verweigerte, denn auch Knopfdruck passierte gar nichts. Auf der Suche nach einem Hotelangestellten stieß ich im Gang auf einen der Zimmerreiniger, der der Sprache nach Inder war, denn ich verstand ihn kaum. Auch auf sein „Knöpfe drücken“ und „Drüberwischen“ reagierte die Induktionsplatte nicht. Die nächste Hilfe suchte ich mir an der Rezeption, wo mit die junge Dame erklärte, wenn der Herd „LO“ anzeigt, ist er gesperrt und man müsse lange auf das Schloss daneben drücken, damit er sich entsperrte. Da war mein Drücken wohl zu kurz gewesen. Ich kenn ja nur die Herde mit Hebeln zum Drehen.

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DSC01065 KopieIrgendwann köchelten meine Nudeln vor sich hin und gegen um zwei war ich wieder unterwegs zum Strand, der nur 200m entfernt war. Hier tummelten sich jede Menge Familien, Fahrradfahrer und Leute mit Hunden, deren Vierbeiner im Wasser tobten.
In der Ferne verschwand die Öresundbrücke am Horizont, die nach Schweden führt.

Nach einer kurzen Pause fuhr ich wieder in die Innenstadt, direkt zum Disney Store. Irgendwie gehört ein obligatorischer Besuch dieses Ladens immer mit dazu.

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DSC01117 KopieIch passierte wieder den Runden Turm und schlängelte mich durch die Mengenmassen in den Einkaufsstraßen zur Rosenborg.
Das Schloss hatte schon geschlossen, doch der Park ist so weitläufig, dass man hier mit Picknicken, Meditieren, Sonnen, Spazieren oder Lesen jede Menge Zeit verbringen kann. Es ist einfach sehr interessant, die Menschen hier zu beobachten.

Mein nächster Anlaufpunkt war das Kastell, das nur wenige Minuten entfernt lag. Die Straße (Kronprinsessegade) dorthin führte durch eine Siedlung, deren flache und orange gestrichene Häuser mich sehr an Arbeitersiedlungen aus früheren Jahrhunderten erinnerte.

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Auf den ersten Blick sah das Kastell nicht sonderlich interessant aus, denn von außen sah ich erst einmal gar nichts, außer einer Bockwindmühle und jeder Menge grüner Hügel. Unter Kastell hatte ich mir etwas anderes vorgestellt.
Das Gelände ist frei zugänglich und hinter den Hügel verbergen sich unter anderem die ehemaligen Kasernen, das Gefängnis, eine Kirche und das Kommandantenhaus. Ich brauchte nur auf der Hügelbegrenzung entlang zu gehen und hatte einen kompletten Überblick über das Gelände.

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DSC01167Viele verbinden mit Kopenhagen die Statue der kleinen Meerjungfrau von Hans Christian Andersen, die am Ufer des Hafens sitzt. Eigentlich wollte ich diese gar nicht sehen, denn ich hatte schon gelesen, dass sie von Touristen umlagert wird und wirkliches Interesse hatte ich nicht. Allerdings zeigte ein Schild, dass der Weg vom Kastell bis zur Meerjungfrau nicht mehr weit war und nun war ich einmal in Kopenhagen, also schaute ich mir eben auch noch diese an.DSC01170 Kopie

Von Weitem sah ich erst einmal nur eine Menschenmenge, die sich vor irgendetwas versammelte. Logische Schlussfolgerung: da war das Ziel. Und da saß sie nur auf einem Stein am Ufer, wurde von allen Seiten fotografiert, von Kindern und Erwachsenen betatscht, die sich vielleicht etwas dabei wünschten.

Schnell ergriff ich die Flucht Richtung Amalienborg, denn zum einen wollte ich den Platz mit weniger Menschen verewigen und mir die gegenüberliegende Frederikskirche anschauen, die mittlerweile wieder geöffnet hatte. Die Frederiks Kirke ist die größte Kirche Skandinaviens, wie ich beim Lauschen einer Reisegruppe erfuhr und ist wirklich beeindruckend mit ihrem imposanten Kuppelgewölbe.

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Gleich neben dieser befindet sich noch eine orthodoxe Kirche, unschwer an den runden Kuppeln zu erkennen, die aber nicht zugänglich war.

Den Abschluss des Tages verbrachte ich am Nyhavn in der Altstadt. Am Nyhavn („neuer Hafen“) drängen sich bunte Steinhäuser aneinander, voller Cafés und Restaurants. In einem der Häuser wohnte einst Hans Christian Andersen.

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DSC01204 KopieIch hatte seit dem Mittag mein Stativ mitgeschleppt und das sollte nun für abendliche Langzeitbelichtungen zum Einsatz kommen, damit sich das Ganze auch gelohnt hatte. Aber bis es dunkel würde, dauerte es noch, so verbrachte ich in einem der Restaurants bei Cola, Calamari und einem Buch eine gewisse Zeit und probierte Churros, ein frittiertes Süßgebäck mit Schokolade. Sehr lecker, aber viel kann man davon nicht essen.

In einem Souvenirgeschäft nahe der benachbarten Metrostation erstand ich eine Erinnerungspostkarte, bevor ich zu meinen abendlichen Aufnahmen starten konnte.

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Ich fand die abendliche Stimmung am Nyhavn besonders schön. Die Häuser waren beleuchtet, die Lichter spiegelten sich im Wasser und von der anderen Uferseite wehte es die Geräuschkulisse der Restaurantbesucher herüber.

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Zurück im Hotel packte ich meinen Koffer, da es am nächsten Tag wieder zurück nach Deutschland gehen sollte.

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