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Sonntag, 23.10. – Kyoto

Ohne Probleme gelangten wir mit der Straßenbahn zum Bahnhof. Die Schmerzen im Fuß hatten sich verschlimmert.
An diesem Sonntag waren überraschend viele Schüler in ihren Uniformen unterwegs. Wir mutmaßten, dass sie auch sonntags an AGs teilnahmen.
15732408_1337352553004679_2396626243623574234_oBevor der Shinkansen nach Himeji abfuhr, deckten wir uns mit Onigiri für unterwegs ein.
Nach einer Stunde erreichten wir Himeji und konnten glücklicherweise unsere schweren Rucksäcke in einem Schließfach verstauen. Plötzlich fühlte sich alles überraschend leicht an.
Vom Bahnhof aus braucht man nur der Straße geradeaus folgen bis zur weißen Burg. Der Burgturm erstrahlte im neuen Weiß, nur ein Teil der Außenmauer befand sich noch im Bau. Die Burg Himeji war in den letzten Jahren komplett saniert worden.
Wir hatten keine Lust 1000Yen Eintritt zuzahlen und auch nicht genug Zeit, um den Turm in Ruhe zu besichtigen, so spazierten wir durch den Park.

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dsc01120-kopieEigentlich wollten wir an einem Automat ein Eis erstehen, doch dieser wollte unser Geld nicht. Dafür kauften wir uns auf dem Rückweg einfach eine Sushibox.
Zurück am Bahnhof war ich mir nicht sicher, ob wir am richtigen Bahnsteig waren, da auf unserem Ticket alles auf Kanji stand. Ich fragte einen Herrn, ob er mir die Zeichen vorlesen könnte. Es gelang.
Mit dem Shinkansen erreichten wir Kyoto gegen 13Uhr und dann begannen die Probleme. Bisher hatte ich mich auf die Maps Me App auf meinem Handy für die Wegnavigation verlassen können. Doch nun streikte mein Handy und wir durften den Bahnhof nicht verlassen, da scheinbar der JR Pass für unsere Strecke nicht gültig war. Wir sollten die Strecke nachbezahlen, doch das sah ich nicht ein und beschwerte mich, vielleicht zum Leidwesen der Bahnangestellten, etwas lauter. Denn wir hatten die Strecke ja mit Vorlage unseres Passes gebucht und dabei hätte man uns ja darauf hinweisen müssen, dass dieser für diese Verbindung nicht gilt und uns eine andere raussuchen können. Irgendwann gab sich die Mitarbeiterin geschlagen, sammelte unsere Reservierungskarten ein und ließ uns ziehen.

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Da mein Handy immer noch nicht zur Arbeit zu bewegen war, suchten wir die Touristeninformation auf, um uns einen Stadtplan geben zu lassen. Überraschenderweise sprach die Dame vor Ort recht gut Deutsch und suchte uns sogar eine Wegbeschreibung bis zur Unterkunft raus.
Mit der Metro fuhren wir bis zu unserem ersten Hostel.
Ich hatte anfangs eine andere Unterkunft gebucht und später festgestellt, dass wir einen Tag früher in Kyoto ankommen würden, als zunächst geplant. Also buchte ich für eine Nacht dieses Hostel dazu. Es befand sich in einer Art überdachter Einkaufspassage, wo kleine Gästehäuser und Läden aneinander gereiht lagen.
Wir kamen eine Stunde zu früh an, aber ich wollte auf gar keinen Fall mehr mit dem schweren Gepäck durch die Gegend laufen, da dies meinen Fuß auch nicht zuträglich war.
Wir klopften einfach an und nach einem kurzen Moment wurde die Tür von einem jungen Mann geöffnet und wir durften unsere Sachen abstellen.
Der erste Spaziergang durch Kyoto konnte starten.

dsc01259-kopieKyoto ist so vollgestopft mit Tempeln, Schreinen und anderen Sehenswürdigkeiten, dass man gar nicht alles sehen kann. Diesmal hatte ich mir vorgenommen, Plätze zu besuchen, die ich beim letzten Besuch 2010 entweder nicht geschafft oder nicht gefunden hatte.
Der Eikando Tempel nahe des Philosophenwegs war der erste, der auf meiner Liste stand. Der Weg dorthin führte durch kleine verschlafene Gassen und leergefegte Straßen. Das war toll, da es in Kyoto nicht viele Orte gibt, wo man auf einsamen Pfaden wandeln kann. Vielleicht lag es auch daran, dass mein Navi die seltsamsten Wege herausgesucht hatte.

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dsc01216-kopieDer Eikando Tempel liegt an einem der Berge im Osten der Stadt und zu unserer großen Freude gab es hier die ersten rotgefärbten Bäume. Wir hatten es kaum zu hoffen gewagt.
Wir trafen eine Stunde vor der Schließzeit gegen 16 Uhr ein.
Dieser Ort wirkte sehr idyllisch, auch wenn wir nicht die einzigen Besucher waren, doch da das Gelände recht weitläufig war, rückte man sich nie zu nah auf die Pelle. Wir spazierten etwas durch das Areal, lauschten einer Mönchszeremonie und genossen einfach die herbstliche Stimmung.
Etwas oberhalb am Berg befand sich eine kleine Pagode, von der wir eine tolle Aussicht über die Stadt hatten.

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Die Temperaturen zogen merklich an und wir beschlossen erst einmal in die Unterkunft zurückzukehren, um uns eine Jacke zu holen.
Der junge Hostelangestellte zeigte uns das kleine Gebäude bestehend aus drei kleinen Zimmer, einer Dusche und zwei Außentoiletten. Unser Vierbettzimmer war sehr schmal und wir hatten Mühe überhaupt unsere Rucksäcke auspacken zu können. Für eine Nacht war das okay, aber wir freuten uns schon auf die nächste Unterkunft.

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Weg zur Unterkunft

dsc01285-kopieWir wollten eine Abschlussrunde durch das nächtliche Kyoto drehen und liefen Richtung Kiyomizu-dera, das hieß, Katrin lief und ich humpelte aufgrund meiner starken Schmerzen im Fuß hinterher. Meine Aussichten auf die nächsten Tage waren eher betrüblich, da sich keine Besserung einstellte und der eigentliche Plan war gewesen, das meiste in Kyoto zu erlaufen, da das am einfachsten war.

dsc01282-kopieDas Viertel um den Kiyomizu-dera Tempel ist bei Tage meist völlig überlaufen, doch am Abend wirkten die Straßen fast ausgestorben. Irgendwann plagte uns ein wenig der Hunger und wir fanden in einer der Gassen ein kleines Restaurant, das geöffnet hatte. Allerdings nur noch 20 Minuten. Höflich fragten wir nach, ob die Zeit ausreichend wäre, um noch eine Nudelsuppe zu bekommen.
Die Suppe war okay, auch wenn das Hühnerfleisch sehr mit Fett überzogen war, aber gegen einen knurrenden Magen half es.
Gegen 19Uhr trafen wir am Kiyomizu-dera ein, der schon geschlossen und abgesperrt war.
Wir spazierten durch die Gassen bis zur Yasaka Pagode, wo man ein wirkliches Gefühl für das alte Japan bekommt.
Durch den Maruyama-Park und am Chion-in Tempel vorbei, liefen wir zurück zur Unterkunft, wo wir Postkarten schrieben und schon einmal unsere Sachen für den nächsten Tag packten.

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