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Samstag, 22.10. – Miyajima

Die Nacht im Hotel war durchwachsen, denn entweder war es zu kalt oder zu warm oder ich hatte das Gefühl, die Erde würde schwanken, nach dem Wissen vom Vortag.
Wir gönnten uns ein japanisches Frühstück im Restaurant, das sich als üppiges Buffet mit Nudeln, Hühnchen, Salat, Misosuppe und ähnlichem entpuppte.

15025181_1260820793991189_2675369638935739185_oUnser erster Anlaufpunkt des Tages war das Friedensmuseum, das zum Zeitpunkt unseres Besuches gerade teilweise saniert wurde und nur die Haupthalle zu besichtigen war. Doch das machte nichts, da hier sowieso die wichtigsten Ausstellungselemente standen. Der Eintritt betrug 200 Yen und für zusätzliche 300 Yen gab es einen Audioguide dazu, den ich dringend empfehle, da er die Geschichte Hiroshimas und die Ausstellungselemente wie verbrannte Kleider, Bilder von Überlebenden nach dem Atombombenabwurf näher bringt.

Anschließend liefen wir durch den Friedenspark Richtung Burg, da sich auf dem Weg ein Kaufhaus mit einem „Loft“ Geschäft befand. Am heutigen Tag regnete es ohne Unterlass und ich wollte unbedingt einen transparenten Schirm kaufen, um eine bessere Sicht zu haben und hoffte darauf, im Loft einen zu finden.
Ich fand erst später in einem anderen Geschäft einen und als ich die Mitarbeiterin fragte, was der kosten würde, verstand sie mich nicht und suchte fieberhaft nach einer Kollegin mit Englischkenntnissen, bis ich schließlich meinen obligatorisch gelernten Satz „Ikura des ka“ also „Was kostet das?“ auspackte.

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dsc00804-kopieWir wollten noch einmal kurz zum Hotel zurück, doch die Zimmer wurden gerade frisch gemacht und die Putzfrau wusste nicht, was wir von ihr wollten. Irgendwann gelang es mir doch mein Stativ zu holen und wir konnten weiter zum Bahnhof, den wir wieder einmal zu Fuß erreichen wollten. Das einzige Gute daran war, wir konnten Läden inspizieren. Bei dem ganzen Laufen fing mein linker Fuß an zu schmerzen.

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dsc00838-kopieAm Bahnhof reservierten wir uns zunächst Plätze für die Fahrt nach Kyoto und testeten ein Gebäck mit Musfüllung.
Der Zug Richtung Iwakuni ließ nicht lange auf sich warten, doch diesmal fuhren wir nicht zur Endstation, sondern verließen den Zug nach einer halben Stunde Fahrt in Miyajima Guchi.
Von dort aus bringt eine Fähre im Viertelstundentakt die Touristen auf die Insel Miyajima, die in der Ferne durch die Regenschleier schemenhaft auszumachen war. Allerdings muss man aufpassen die richtige zu erwischen, denn für die eine Fähre muss man zahlen, die andere ist für JR Pass Besitzer kostenfrei.
Die Überfahrt ging recht schnell und gegen halb 2 betrachten wir den Boden der Insel.

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Wir spazierten etwas durch den Ort, der deutlich größer war als in meiner Erinnerung. Immer wieder kreuzten Rehe unseren Weg, die sich auf der Insel frei bewegen können und recht zahm waren.
dsc00854-kopieDen berühmten Itsukushima Schrein mit seinem im Wasser stehenden Torii hoben wir uns für den Abschluss auf, da sehr viele Touristen anstanden.
Eigentlich hatte ich den Plan gehabt, den Berg Misen zu besteigen, da man von dort aus eine traumhafte Aussicht über die Bucht haben soll, aber da die Berge in den Regenwolken versanken, beließen wir es bei einem Besuch den Daishō-in Tempels am Hang des Berges. Die Wolken verhüllten die Gipfel und verliehen dem Ort etwas Mystisches.

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Vom Tempel aus wanderten wir am Berghang entlang zur Tahoto Pagode, die sehr einsam im Wald steht. Hier waren wir vollkommen alleine, es gab nicht mal Rehe.
An einem Ryokan, von wo man einen tollen Ausblick über den Ort und auf die Pagode hat, grüßte uns ein freundlicher älterer Herr.

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dsc01004-kopieAuf dem Weg hinab in den Ort verfolgten uns zwei Rehe, wobei wohl mehr der junge Hirsch das Reh jagte, so wild wie sie an uns vorbeijagten.
Wir kauften einige Ansichtskarten und besuchten schließlich den Itsukushima Schrein. Inzwischen dämmerte es schon und viele Besucher hatten die Insel verlassen, somit war der Schrein nicht mehr ganz so überfüllt.

15003227_1260820897324512_4084610517052714635_oWieder zurück in Hiroshima versuchte ich am Bahnhof einer Mitarbeiterin eine Wegbeschreibung zur Straßenbahn zu entlockten, doch sie lotste uns nur in die falsche Richtung. Ich glaube, sie wusste nicht, was „Tram“ bedeutet. Schließlich fanden wir doch noch die richtige Haltestelle, denn zurück zum Hotel hätte ich nicht mehr laufen können. Die Fußschmerzen waren schlimmer geworden. In der Tram versuchten wir irgendwie ein Ticket zu bekommen, bis uns ein Schüler darauf hinwies, dass man beim Ausstieg immer 160Yen beim Fahrer zahlt.

dsc01071-kopieIm Hotel wuschen wir wieder Wäsche und wärmten uns etwas auf. Meine Schuhe hatten Löcher bekommen und waren vollständig durchweicht von der Dauernässe des Tages.

Etwas später als am Vortag gingen wir wieder im Okonomimura essen und diesmal hatten wir mehr Platzauswahl. Es war wieder sehr lecker.
Ein weiterer Grund, warum es an dem Tag recht leer war, könnte sein, dass in allen Lokalen Baseballspiele gezeigt wurden und die Japaner sind scheinbar verrückt nach Baseball, denn große Menschentrauben bildeten sich vor den Lokalen und feuerten die Spieler an.

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