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Dienstag, 18.10. – Fukuoka

Die Idee mit der nächtlichen Ruhe war gut gewesen, doch meinem genügten scheinbar insgesamt 7 Stunden Schlaf in 3 Tagen völlig und so lag ich die halbe Nacht wach.
Die Situation nervte mich etwas an, da zum einen Katrin neben mir den Schlaf der Gerechten genoss und ich sonst Schlafprobleme gar nicht kenne: ich kann eigentlich immer und überall schlafen. Nur eben in Fukuoka nicht. Der Futon war recht warm und das Körnerkissen, was als Kopfkissen fungierte, fühlte sich etwas unbequem an. Irgendwann döse ich ohne Kissen vor mich hin.

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Im Ryokan wurde an einigen Tagen japanisches Frühstück angeboten, was wir gleich am Anreisetag reserviert hatten.
Im Tatamizimmer auf der anderen Seite des Gartens wurde Tee, Reis, Fisch, Misosuppe, Wakame Salat, Soja und undefinierbare seltsame Früchte serviert, die ich nicht hinunter bekam. Im Großen und Ganzen war das Essen lecker, nur für den durchschnittlichen deutschen Gaumen etwas gewöhnungsbedürftig, besonders wenn man mehr Brötchen zum Frühstück bevorzugt.

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dsc09891-kopieGegen dreiviertel 10 fuhren wir von der Haltestelle Gion mit der Metro nach Tenjin und von dort für 400Yen weiter zum Dazaifu Tempel, der etwas außerhalb vom Einzugsgebiet Fukuokas liegt.
Der Weg vom Bahnhof zum Tempel war von Läden gesäumt. Bis wir den Tempel erreichten, dauerte es, denn ständig blieben wir stehen um Essen und Getränke wie Iced Green Tea zu testen und Läden zu inspizieren.

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dsc09951-kopieDer Tempel war recht interessant und umfasste ein großes Areal.
Wir folgten einem kleinen Weg den Berg hinauf zum Tenkai Inari Schrein, einem Fuchsschrein, der recht einsam im Wald lag. Unterwegs trafen wir auf mehr große Spinnen in den Bäumen als auf Besucher.
Wieder im Tal kühlten wir unsere Füße in einem kleinen Bachlauf und genossen die Ruhe des Waldes. In der Ferne bereitete eine Kindergartengruppe ein Picknick im Schatten des Tempels vor.

Bevor wir uns zum Bahnhof aufmachten, statteten wir einem nicht weit entfernten Zen Tempel einen Besuch ab.
Sobald man die Haupteinkaufsstraße und den Dazaifu Tempel verlässt, hat man das Gefühl der einzige Besucher zu sein.

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dsc09994Auf dem Rückweg kauften wir bei einer älteren Dame kleine Deckchen und Tücher, die sich daraufhin auf Deutsch bedankte, was uns sehr freute. Wir testeten noch etwas Eis und auch der Ghibli Store wurde nicht ohne ein Souvenir verlassen.
In einem Restaurant mit kleinem Innengarten und Wasserfall probierte Katrin das erste Mal Udon Nudeln. Ich glaube, man muss sich beim ersten Testen an die Konsistenz gewöhnen. Ich bin seit Jahren Fan davon.

Am Bahnhof überlegten wir noch, ob wir nach in die Stadt Yanagawa weiterfahren sollten, doch wir wussten nicht, wo wir dafür bezahlen sollten. Insgesamt fragten wir fünf Mitarbeiter, die uns nicht verstanden und wir sie ebenso wenig, die uns aber dennoch weiterhelfen wollten und wenn die Hilfe aus einer Mischung von Japanisch, Englisch und Gesten bestand. Ein Mitarbeiter trieb schließlich eine Kollegin auf, die etwas besser Englisch konnte und uns nähere Informationen gab.
Wir entschieden uns schlussendlich gegen Yanagawa, da es schon nach Mittag war und Fukuoka noch einiges zu bieten hatte.

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15392877_1291290734277528_4528910716933005630_oMit dem Zug fuhren wir zurück nach Tenjin, wo wir erneut im Ohori Park landeten. Unweit des Parks befand sich die Anlage der ehemaligen Burg von Fukuoka. Es ist ein sehr weitläufiges Areal, wo fast nur noch die Grundmauern zu finden sind, bis auf einige Teile der Außenmauer, die wieder aufgebaut wurden. Auf den Überresten des Hauptturms gibt sich eine tolle Rundumsicht auf Fukuoka. Wir waren einige der wenigen Besucher, es gab hier mehr Katzen als Menschen.

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Wir spazierten weiter zum Japanischen Garten am Ohori Koen. Am Einlass wurden wir gefragt, ob wir Grünen Tee wollten und wir dachten, es geht nur um ein Tässchen zum Trinken. Das Ganze entpuppte sich als Teezeremonie. Wir hockten uns gemeinsam mit einer Gruppe junger Herren im Teehaus auf die Tatamimatten und los ging es.

Bis man schlussendlich zum Teetrinken kommt, vergeht einiges an Zeit. Eigentlich soll so eine Zeremonie entspannend wirken, doch bei mir bewirkte sie nur das Gegenteil aus Angst irgendetwas falsch zu machen oder unhöflich zu sein. Ich kam mir absolut unbeholfen vor, da wir keine Ahnung hatten, was wir tun sollten. Aber ich denke, die Anwesenden verziehen uns aufgrund unseres Ausländerbonus unsere Fehler. Zum einen kann ich mich nur schwer auf diese Matten knien, wenn ich verhindern will, in absehbarer Zeit Kreislaufprobleme oder eingeschlafene Füße zu bekommen, so saßen Katrin und ich seitlich auf den Matten.
Ständig verbeugte sich irgendwer.
dsc00042Eine Dame betrat den Raum und verbeugte sich. Dann schlich sie zum Zeremonienmeister, verbeugte sich wieder, kniete sich hin, verbeugte sich, nahm die Teeschüssel, richtete sich auf, kam zu mir, um sich wieder zu verbeugen, drei Schritte rückwärts zugehen, um sich dann hinzuknien, mir die Schüssel hinzuschieben und sich erneut zu verbeugen, bevor sie zum Meister zurückkehrte. Ich nickte nur, da egal wie ich mich verbeugt hätte, es sicher eh falsch gewesen wäre. Ich dachte ja, Katrin und ich würden uns die Schüssel teilen, da ich die erste mit Getränk war und eh vor Schreck nicht wusste, was ich unter den Blicken der Anwesenden tun sollte, bis mich der Wortführer eines Besseren belehrte. Wie gesagt, ich fühlte mich einfach nur unbeholfen.
Der Tee war sehr lecker und mit dem kleinen Reiskuchen vorher gar nicht so bitter wie erwartet.
Alles in allem war das Ganze trotzdem eine tolle Erfahrung.

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Mit der Metro fuhren wir zurück zum Ryokan, um uns frischzumachen und brachen noch einmal nach Canal City auf. Dieses Center ist einfach riesig und es dauerte eine Weile bis wir den Laden fanden.
Zum Krönenden Abschluss des Tages gönnten wir uns jeweils einen Crêpes. In Japan gibt es Läden die fast 30 verschiedene Arten davon anbieten und sehr lecker sind. Mein Abendessen bestand aus Crêpes mit Erdbeeren, Bananen und jeder Menge Sahne. Einmal darf man das.

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