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Sonntag/Montag 16./17.10. – Prag-London-Tokyo-Fukuoka

Pünktlich um 3 stand ein Taxi vor der Tür um uns abzuholen. Den Schlüssel unseres Zimmers konnten wir in den Briefkasten werfen.

Unsere Fahrt dauerte statt der geschätzten 45 Minuten nur 20 und kostete etwa 12€ pro Person.
Am Flughafen selbst hatten wir noch etwa anderthalb Stunden bis zum Check-in Zeit, die wir mit Schlafen verbrachten.
Der Check-in verlief ohne Probleme und die restliche Zeit bis zum Abflug nach London brachten wir schnell hinter uns.
cofIn London nutzten wir die 2 Stunden Aufenthalt zum Terminalwechsel, was nur mit einer Zugverbindung möglich war und einem ausgiebigen Frühstück am Flughafen (zum Glück werden Kreditkarten akzeptiert, denn Pfund hatte keine von uns mit). Und mit 30 Minuten Verspätung ging der Flug nach Tokyo los.
Unsere Plätze lagen direkt am Notausgang, was uns enorme Beinfreiheit verschaffte. Auch das Unterhaltungsprogramm von British Airways ließ kaum Wünsche übrig. Bei diesen ganzen Filmen konnte man die 10 Stunden Flug gut herumbringen.
Die Zeit verging schnell und entspannt, bis auf das mir die halbe Stunde Verspätung, mit der wir gestartet waren, Kopfzerbrechen bereitete. Denn in Tokyo mussten wir noch einmal Umsteigen, doch nun hatten wir nur anderthalb Stunden dafür Zeit, was arg knapp ist, gerade wenn man nicht genau weiß, wie der Flughafen aufgebaut ist.
Eine nette japanische Stewardess versicherte mir, dass die Zeit ausreichend wäre, doch die Zweifel blieben und ich sollte Recht behalten.
Im Endeffekt blieb uns nach der Landung eine Stunde Zeit unser Gepäck zu holen und das Terminal mit dem Zug zu wechseln und neu einzuchecken. Nicht machbar, gerade wenn die Rucksäcke fast zwanzig Minuten auf sich warten ließen.
Am Gepäckband stand glücklicher Weise eine Mitarbeiterin, die eigentlich die Tickets für die Zugverbindung verteilte und sich sofort darum kümmerten, wo das Gepäck steckt und ob wir den Zug zur Abflughalle noch bekommen würde.
In diesem ganzen Chaos lernten wir eine junge Britin mit dem gleichen Ziel Fukuoka kennen, die im selben Dilemma steckte.
Wir wurden erst einmal zum Abflugterminal gelotst, wo uns sehr höfliche Mitarbeiter empfingen, die sich gleich nach japanischer Manier entschuldigten und uns eine neue Flugverbindung in einer Stunde buchten und uns einen Essensgutschein überreichten.
cofAllerdings begriff ich nicht, dass es sich um einen Gutschein handelte. Ich dachte, die 500Yen (ca. 4,50€) wäre eine Umbuchungsgebühr, die ich prompt bezahlen wollte, bis ich eines besseren belehrt wurde.
Nach der Sicherheitskontrolle konnten wir endlich sagen: Juhuuu, wir sind in Japan.
Von den 500Yen kauften wir Onigiri und etwas zu trinken und fanden wenig später unsere Britin wieder, die unterwegs verloren gegangen war. Sie studierte in Fukuoka Japanisch und wir unterhielten uns bis zum Abflug.
Den einstündigen Flug verschlief ich komplett und wachte erst bei der Landung wieder auf.
Während wir in Fukuoka am Gepäckband warteten, wurde ich plötzlich von einer Mitarbeiterin von hinten bezupft: mein Kleid war durch den Rucksack hinten hochgerutscht. Ich fand das eine sehr nette Geste, denn ich wollte nun nicht mit entblößtem Hintern den Flughafen unsicher machen.
Zusammen mit der Britin fuhren wir mit dem Zug zur Hakata Station, wo wir uns verabschiedeten.
Unser erster Gang in Fukuoka führte zum Geldwechselautomat am Bahnhof, was ohne Probleme funktionierte.
dsc09781Der Umtausch unseres JR Pass Gutscheins gestaltete sich etwas schwieriger, denn ich hatte aus Kostengründen nicht den normalen Pass gebucht, sondern den JR West Pass, der alle unsere Stationen umfasste und ca. 80€ günstiger als der eigentliche Pass war. Nur konnte man diesen nur an einem bestimmten Schalter bekommen und so irrten wir von Geschäft zu Geschäft, wo wir immer weiter gelotst wurden. Letztendlich gelang der Tausch.
Ich hatte mir noch in Deutschland auf mein Handy die Maps Me App gezogen, die als Wegnavigator offline funktioniert, denn ich wollte in Japan auf mobiles Internet verzichten und sehen, wie weit wir kommen würden.
Zu Fuß brauchten wir mit unseren schweren Backpacker Rucksäcken eine Viertelstunde zum gebuchten Ryokan, einem traditionell japanischen Gästehaus. Es war ein warmer und schwüler Tag.

Bei meiner letzten Japanreise hatte ich in normalen Hotels gewohnt, die sich nun nicht wesentlich von den anderen europäischen unterschieden.
Bei dieser Reise wollte ich größtenteils traditionell auf Futon und in Gästehäusern übernachten.
Hinter der Schiebetür des kleinen Holzeingangs befand sich der Eingangsbereich, wo man sich gleich seiner Straßenschuhe entledigt und in bereitgestellte Hausschuhe schlüpft.
Die Eigentümer entpuppten sich als freundliches älteres Ehepaar mit sehr spärlichen Englischkenntnissen, aber mit einer Mischung aus Japanisch und Englisch gelang alles.
Unser Zimmer war so wie ich es mir vorgestellt hatte: ein kleiner Raum mit Tatamimatten, wo man auf dem Boden Sitzmöglichkeiten hatten.
In einer Ecke lagen die zusammengelegten Tatamimatten und eine Schiebetür führte direkt in den kleinen grünen Garten im Innenhof. Ein von mir erträumter Wunsch, auch wenn dieser nicht sonderlich luxuriös ausfiel.
Im Gemeinschaftsbad wuschen wir uns schnell den Reisegeruch vom Leib und so konnte unsere erste Fukuoka-Erkundungstour losgehen.
Langsam sickerte auch die Erkenntnis durch: wir sind in Japan!!! Ein von mir seit 6 Jahren gehegter Wunsch. Aber ich war gedanklich noch nicht ganz angekommen. Der Schlafmangel machte sich nun einmal bemerkbar.

dsc09818-kopieGegen 16 Uhr brachen wir zum Kushida Schrein auf, der nur eine Straßenecke weiter lag.
Und sofort fielen mir die nächsten Erinnerung von der letzten Reise ein: Getränkeautomaten.
An jeder Ecke, und wenn es die kleinste Straße ist, steht ein Getränkeautomat. Man muss nie vor sich hin dursten.

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Auf dem Weg zurück zur U-Bahn fiel uns auf, dass an den Kreuzungen, die voll mit warteten Autos standen, eine seltsame Ruhe herrschte: kein Hupen, kein Motorengeräusch. Das würde ich mir für andere Großstädte auch wünschen.

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Nach einem abschließenden Abstecher zum Einkaufscenter Canal City, unweit des Kushida Schreins begrüßten wir unsere Futon und die nächtliche Ruhe.

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