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Tag 4 – Rundfahrt Halbinsel Snæfellsnes

Der Morgen versprach klassisches Novemberwetter: Nieselregen, Sturm. Einfach nicht schön.
Nach einem ausführlichen Frühstück brachen wir Richtung Norden auf zur Halbinsel Snæfellsnes und hofften auf besseres Wetter.

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Um in den Norden zu kommen, mussten wir irgendwie auf die andere Seite des Hvalfjörður-Fjords gelangen, in dessen Nähe wir nächtigten. Eine Option wäre den Tunnel darunter zu nutzen für einen Beitrag von etwa 8€ oder außen herumzufahren. Wir entschieden uns für letzteres, so konnten wir auch mehr von der Landschaft sehen. Je weiter wir in den Norden kamen, desto schöner wurde das Wetter und bei unserem ersten Halt schien sogar ein wenig die Sonne.

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Unser Ziel war Búðir, auf der Südseite Snæfellsnes. Vom ehemals wichtigen Handelsplatz sind nur noch ein Hotel und die bekannte schwarze Holzkirche übrig geblieben, die zum Zeitpunkt unseres Besuchs geschlossen war.

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13301550_1100962323310371_361051207899113469_oAngrenzend an die Kirche und zum Meer befindet sich das Lavafeld Búðahraun, das etwa 5000 Jahre alt ist und vom Vulkan Búðaklettur stammt, dem kleinen unauffälligen Hügel in der Landschaft. Wir wanderten ein wenig durch das Lavafeld am Meer entlang. Wir hätten sogar eine Wanderung bis zum Vulkan machen können, allerdings dauert diese 3 Stunden. An dieser Stelle fiel uns erneut auf, dass die Isländer scheinbar großes Vertrauen in ihre Mitbürger haben, denn es gab weder Absperrung, wie es sicher in Deutschland der Fall gewesen wäre, noch bestimmte ausgeschriebene Wege. Man vertraut einfach darauf, dass keiner Blödsinn anstellt. Auch an vielen anderen Orten fiel uns auf, wo in Deutschland sicher schon Zäune oder Absperrungen errichtet wären, gab es hier teilweise lediglich ein Warnschild.

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Von Búðir aus folgten wir der Ringstraße durch den Snæfellsjoekull National Park. Während wir auf eine Regenwand zusteuerten, entdeckten wir einige Autos, die aus unerfindlichem Grund am Straßenrand parkten. Wo Autos sind, muss es was zu sehen geben. Mit diesem Motto im Gepäck stellten wir uns dazu und fanden schließlich auch ein Schild, das verkündete, dass sich an dieser Stelle die Schlucht Rauðfeldsgjá befindet, die in den Berg Botnsfjall führt.

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13580433_1128529917220278_4881164283927054990_oLaut der Legende, soll hier Bárður Snæfellsás, halb Mann, halb Troll Ende des 9. J.h. mit seinen „vollschlanken und gutaussehenden“ Töchtern in der Nähe gelebt haben. Sein Bruder lebte in Arnastapi mit seinen beiden Söhnen Rauðfeldur und Sölvi. Eines Tages spielten die Kinder am Strand als Rauðfeldur Bárðurs älteste Tochter Helga auf einen Eisberg schubste, auf dem sie bis nach Grönland trieb.

13620275_1128529920553611_1508014642854679039_nHelga blieb unverletzt, doch Bárður war so wütend, dass er beide Brüder tötete. Rauðfeldur stieß er in die Schlucht und Sölvi vom Sölvahamar-Kliff, die beide seither diese Namen tragen. Nach diesem Vorfall ging Bárður in den Gletscher und verschwand.
Der Regen hatte uns erreicht, so folgten wir dem Bachlauf ins Innere der Schlucht. An sich braucht man für diese Aktion wetterfeste Kleidung und im besten Fall Gummistiefel, denn es bietet sich die Möglichkeit über Steine im Bach weiter in die schmale Schlucht vorzudringen. Wir begnügten uns mit dem Eingangsbereich, der schon sehr beeindruckend wirkte, mit seinen hohen moosbewachsenen Wänden.

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DSC02142 KopieIm Laufschritt ging es zurück zum Auto, wo wir uns aufwärmen und trocknen mussten. Auf unserer Weiterfahrt entdeckten wir noch einige Haltemöglichkeiten an der Küste und vulkanischen Höhlen, aber das Wetter motivierte uns nicht zum Pausieren.
Wir stiegen erst beim Kirkjufellsfoss aus. Das heißt, Katrin und ich wagten uns weiter vor zum Wasserfall, in dessen Hintergrund der berühmte Berg Kirkjufell, mit seiner beeindruckenden Form steht. Kali und Anne blieben beim Auto. Ich hatte mir aufgrund des Wetters ein Regencape übergeworfen, das aber nicht viel Schutz bot, da nur der Wind daran herumzerrte und das Gehen somit deutlich erschwerte. Ich hätte es weglassen sollen, wobei Kali und Anne meinten, so hätten sie mich wenigstens von weitem flattern sehen.

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Der Berg mit dem Wasserfall ist ein tolles Motiv und bei schönem Wetter hätte ich hier gerne mehr Zeit verbracht, aber es sollte nicht sein. Langzeitbelichtungen bei diesen Böen zu verwirklichen, war sowieso schwierig.

Auf meiner Liste standen eigentlich noch zwei weitere Wasserfälle, die wir allerdings nur aus der Ferne betrachteten, da sie nicht überaus spektakulär wirkten und wir auch keinen Weg erkennen konnten, der hinführte.

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DSC02164Da wir noch recht viel Zeit hatten, durchsuchten wir die Überreste meiner kürzlich durchweichten Landkarte nach Sehenswertem, das mehr oder weniger auf dem Heimweg lagen. Wir entdeckten Deildartunguhver.
Bei Deildartunguhver handelt sich um die wasserreichsten heißen Quellen Islands. Sie stoßen etwa 180 Liter pro Sekunde an 100°C heißem Wasser aus. Das Wasser wird durch Pipelines bis in die Orte Arkranes und Borgarnes geschleust und speist unter anderem Weiler und Höfe in der Umgebung und wird auch für die angrenzenden Gewächshäuser genutzt.
Starker Schwefelgeruch und warmer Wasserdampf schlug uns entgegen und bereitete uns damit schon für den nächsten Tag vor. In den Gewächshäusern wurden Tomaten gezüchtet, die Anne käuflich für nur etwa 2,50€ erwarb, was wirklich günstig war. Da wir an diesem Abend noch Spaghetti mit Tomatensoße kochen wollten, steuerte sie damit eine tolle frische Zutat bei.
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Dank der Meisterköche Anne, Kali und Katrin gelang ein tolles Abendmahl. Ich schaute nur verantwortungsvoll zu… zu viele Köche verderben den Brei oder so ähnlich.

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