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 Tag 2 – Von Reykjavik nach Vík í Mýrdal

DSC01477 KopieDer Morgen begrüßte uns mit ausgiebigem Regen. Im Hotel hatten wir die Möglichkeit, eine kleine Küche zu nutzen und so konnten wir gestärkt in den Tag starten.

Unser Tagesziel war Vík í Mýrdal im Süden Island. Auf dem Weg dorthin lagen einige der bekanntesten Attraktionen Islands praktisch am Wegesrand. Man braucht nur der Straße Nummer 1, der Hringvegur, zu folgen und kann so einmal die ganze Insel umrunden.
Vor der Stadt Selfoss verließen wir die 1, um etwas mehr Richtung Küste zu kommen und das Meer zu sehen. Allerdings war die Sicht aufgrund des bescheidenen Wetters recht begrenzt.
Die Straße, die uns am Meer entlangführte, war kaum befahren, so ließen wir unser Auto am Straßenrand stehen, um das Meer und den schwarzen Strand im feinsten Nieselregen aus der Nähe zu begutachten. Lange hielten wir uns nicht auf und im Auto mussten wir erst einmal trocknen.
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Je weiter wir Richtung Vík kamen, desto mehr besserte sich das Wetter und schließlich ließen wir das unangenehme Wetter hinter uns.
Da wir schneller vorankamen als gedacht, verließen wir die Hringvegur bei Hvolsvollür erneut, da meine Karte aus dem Reiseführer eine Straße anzeigt, die Richtung des Gletschers führte, wo der Vulkan Eyjafjallajökull liegt, der im Frühjahr 2010 Europas Flughäfen in Atem gehalten hatte.

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13316860_1102339133172690_5257241990498578584_oAuf dieser Straße waren wir fast die Einzigen, wobei ich nicht behaupten möchte, dass die Hauptstraße, also Straße Nummer 1, stark befahren ist.
Und hier konnten wir Kalis Wunsch nach Pferde streicheln erfüllen.
Jeder von uns hatte bestimmte Wünsche, die in Island erfüllt werden sollten: Kalis Wunsch bezog sich auf „Fääärdchen streicheln“, Anne wollte unbedingt Papageientaucher in natura erleben, die von uns nur Puffins genannt wurden und steckte uns alle damit an. Katrin und ich wollten noch Wasserfälle sehen und ich für meinen Teil Gletscher und vulkanische Aktivität erleben. Im Nachhinein denke ich, war Katrins eigentlicher Wunsch große Autos zu fahren, so wie sie durch die Gegend cruiste 🙂

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DSC01579 KopieUnweit unseres kleinen Streichelzoos befand sich der Gluggafoss, ein mehrstufiger Wasserfall. Eigentlich stand er gar nicht auf unserer Tourliste, aber wir hätten es sicher bereut, hier nicht Halt gemacht zu haben. Er liegt relativ nah am berühmten Seljalandsfoss Wasserfall, aber es finden deutlich weniger Touristen den Weg her.

Wir folgten der Straße 261 noch ein kleines Stück, bis sie zur Schotterpiste wurde und wir umkehrten, da wir nicht sicher waren, wohin uns der Weg führen würde. Vom Vulkan Eyjafjallajökull war nur die Richtung zu erahnen, da er in einer Bergformation liegt und deshalb nicht sonderlich auffällt. Die Verbindungsstraße 250 zwischen Gluggafoss und Seljalandsfoss entpuppte sich auch eher als Schotter, was mich ein wenig fürchten ließ, dass die Steine Schäden am Auto hinterlassen würden. Ein Glück hatten wir ein höher gelegtes Auto.

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Am Seljalandsfoss fiel sofort der Unterschied zum vorher besuchten Wasserfall auf: viele Autos und jede Menge Besucher, die den Wasserfall umrundeten. Der Seljalandsfoss ist berühmt dafür, dass man hinter den Wasserfall gehen kann. Meine Kamera musste aufgrund der enormen Gischt des Wasserfalls gleich ihre Wasserprobe bestehen. Hier bietet sich eindeutig wasserfeste Kleidung an, wie wir schnell merkten.
Für mich ist es immer wieder unverständlich, wie man bei solchem unwegsamen und rutschigen Gelände in Sandalen und dünnem Kleid hinter dem Wasserfall rumspazieren kann, wie eine Besucherin, die wir trafen. Das Wetter war eindeutig kein Kleidchenwetter.
Der Seljalandsfoss gehört zu einer Islandreise einfach dazu. Er ist wirklich beeindruckend.

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Wenn man an der Felswand entlangwandert, von der der Wasserfall nach unten donnert, findet man noch einige kleinere Wasserfälle, darunter der Gljúfrafoss. Um diesen zu sehen, muss man durch eine Felsspalte hindurch und einen recht breiten Bach überqueren, da der Wasserfall in einer Art Höhle liegt. Der Gljúfrafoss ist fast noch traumhafter, als sein großer Bruder, da er etwas abgeschiedener liegt und durch seine Lage mystischer wirkt.

Von diesen beiden Wasserfällen lag die nächste Attraktion, der Skógafoss nicht weit entfernt.
Auf dem Weg dorthin hatten wir eine Begegnung der anderen Art. Die Straße Nummer 1 ist fast immer zweispurig mit direktem Gegenverkehr und verläuft häufig geradeaus. So kam es, dass wir schon von weitem einen kleinen roten Wagen uns entgegenkommen sahen, der einen Wanderer am Straßenrand überholte und auf seiner Spur wieder einscherte. Doch diese hielt er nicht lang, denn urplötzlich zog der Wagen immer weiter nach links auf unsere Spur und kam uns direkt entgegen. Während ich gedanklich in Panik die Optionen wie „nach links ausweichen, in der Hoffnung, dass die Geisterfahrerin in ihrer neuen Spur blieb und nicht wieder panisch zurück kurbelte“ oder „darauf hoffen, dass die Fahrerin ihren Fehler bemerkt und wieder zurücklenkt“ durchging, reagierte Katrin einfach, indem sie nach links lenkte, denn zum Glück kam kein weiterer Gegenverkehr. Haarscharf konnte auch der Fahrer hinter unserem Auto der Dame noch ausweichen. Eine Hand hätte zwischen die Außenspiegel nicht mehr gepasst.
Im Vorbeifahren sah ich, dass die Fahrerin sehr erschrocken schaute. Ich vermute, dass sie sich mit ihrer Beifahrerin vom Wanderer im Rückspiegel ablenken ließ.
Alles nochmal gut gegangen, wir waren wach und mochten ab diesem Zeitpunkt keine roten Autos mehr.

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Wenige Minuten später hielten wir an einem Parkplatz, der auf eine Ausstellung zum Eyjafjallajökull hinwies und so konnten wir erst einmal kurz durchatmen.

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Auch hier war von besagtem Vulkan, der sich unter dem Gletscher versteckte, nicht viel zu sehen, aber das Wissen, dass er sich mehr oder weniger vor mir befand, reichte schon.

13308711_1100962369977033_4559254993463859043_oWir setzten unseren Weg zum Skógafoss fort, wo diesmal sogar Reisebusse parkten. Auch hier fällt mir kein anderes Wort als beeindruckend ein. Am Rand des Wasserfalls führen Treppen den Berg hinauf und ein Wanderweg ermöglicht es dem Flusslauf zu folgen. Oben angekommen, legten wir eine kleine Rast auf der Wiese ein und genossen die Aussicht auf das Meer. Man konnte schon die markanten Nadelfelsen von Vík sehen.

13575786_1127508473989089_1113360353415900519_oBevor wir weiter Richtung Vík fuhren, machten wir einen kleinen Abstecher zum Freilichtmuseum Skógar, wo man mehr über Islands Geschichte und das frühere Leben erfahren kann. Allerdings waren wir nicht bereit so viel Eintritt zu zahlen und die alten Moosbewachsenen Häuser konnten wir auch vom Parkplatz sehen.

Auf der Strecke nach Vík gibt es noch einige Highlights zusehen, unteranderen einen Gletscher, den wir am nächsten Tag besuchen wollten; ein verlassenes Flugzeug, das allerdings erst nach einer 4km Wanderung erreicht werden kann und wozu wir keine rechte Motivation verspürten und die Halbinsel Dyrhólaey.

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Der Weg auf das Kap Dyrhólaey, deutsch Türlochinsel, war mehr als holprig, allerdings trauten sich auch ungeeignete Fahrzeuge wie Wohnmobil und weniger hochgelegte Autos hinauf. Oben am Leuchtturm angekommen, bot eine spektakuläre Aussicht auf das Meer, Mýrdalsjökull (dem Plateaugletscher Südislands), den schwarzen Lavasandstrände 120m tiefer und Reynisdrangar, den schwarzen Felsnadeln vor Vík. Mit etwas Glück könnte man sogar Puffins sehen. Allerdings war uns das Glück nicht vergönnt und so erspähten wir nur Möwen und Eissturmvögel, die an der Steilküste brühten und einen Adler, der sich auf eins meiner Bilder schmuckelte.

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SONY DSCNach einen kurzen Spaziergang über das Plateau fuhren wir mit dem Auto wieder hinunter, Richtung der Lavasandstrände, wo ich mich zum einen in Langzeitbelichtungen mit Wasser üben konnte und wo wir unsere erste Begegnung mit einem Puffin hatten.
Allerdings war diese Begegnung weniger romantisch wie gehofft, denn dieser kleine Vogel kam nur aus seiner Höhle am Felsrand, um sein Geschäft zu verrichten.

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Die ganze Steilküste ist eine einzige Brutstätte für Vögel und auch teilweise abgesperrt, um sie nicht zu stören. Allerdings ließen sich einige Besucher nicht davon abbringen, auf verbotenen Pfaden zu wandeln.

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Auf direkten Weg fuhren wir nach Vík í Mýrdal, wo wir auf Anhieb unsere Unterkunft Guesthouse Carina fanden, das am Ortsausgang lag. Das Gästehaus war toll, schön eingerichtet, nettes Personal und am nächsten Tag gab es ein vielfältiges Frühstück.

DSC01799 KopieAllerdings war Vík kleiner als gedacht, denn selbst vom Ortsausgang bis zum Meer brauchten wir zu Fuß nur 10min. Mit dem Auto fuhren wir bis zum Strand, um nach Vögeln Ausschau zu halten. Ein idyllisches Fleckchen Erde.

Zum Zeitpunkt unserer Ankunft hatte der Supermarkt schon geschlossen und es gab nur zwei Gaststätten, von denen wir uns eine aussuchten. Das Restaurant war entsprechend voll und den isländischen Preisen angepasst. Ich für meinen Teil gönnte mit eine Pizza Margarita für etwa 12€.
Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Abstecher zu Kirche von Vík, bevor wir in unsere Unterkunft zurückkehrten.

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