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Die verlassene Fabrik

Die Fenster der verlassenen Fabrik
starren im Scheinen
der Abendsonne, rot, wie vom vielen Weinen,
in die Straße mit traurigem Blick.

11063765_728574703941529_6838737106916547927_oWieder ein Tag vorbei
ohne den Braus der Maschinen,
ohne das gellende Rädergeschrei

und das Summen der menschlichen Bienen.

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Wo sind sie, die noch vor kurzer Zeit
hier aus- und eingegangen,
sie alle, die mit Hämmern und Zangen,
mit Dampf und Feuer stählerne Kräfte zwangen,
wie Soldaten an die Werkbänke gereiht?



Jetzt stolpert nur manchmal das Kind

des Wächters durch die Säle über die Stiege,
haucht die metallenen Hebel blind
und erzählt einer uralten Spinne vom Kriege.

Alfons Petzold

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Einst gehörte dieser Industriekomplex zu den bedeutendsten und größten Unternehmen der Region mit fast 30.000 Arbeitern.
1885 wurde das Unternehmen WW zum Verkauf und Reperatur von Fahrrädern gegründet. Allerdings wollte man expandieren, deshalb wechselte man ein paar Jahre später vom alten Standort zum heutigen, wo nun auch eigene Hochräder produziert wurden. Zum Jahrhundertwechsel erweiterte man die Produktion um einen anderen Zweig: Fräsmaschinen, später dann Motorräder und Schreibmaschinen. Kurz darauf folgte das erste Fahrzeug, allerdings wurde die Produktion durch die Auto Union AG weitergeführt und das Unternehmen konzentrierte sich weiterhin mehr auf Fahrrädern, Werkzeugmaschinen, Schreib- und Rechenmaschinen.



Nach dem Krieg 1945 kam es zur Enteignung und das Unternehmen wurde zum volkeigenen Betrieb, weshalb die weitere Produktion in den Westen Deutschlands verlagert wurde.
Der eigentliche Gebäudekomplex wurde später zum VEB Industriewerke. Dort wo zwischenzeitlich Continental-Schriebmaschinen hergestellt wurden, produzierte man nun Flugmotoren, Luftschrauben etc.

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