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Dienstag, 24.11.15 – Hundeschlittenfahrt


Erster Schnee

Aus silbergrauen Gründen tritt
ein schlankes Reh
im winterlichen Wald
und prüft vorsichtig Schritt für Schritt,
den reinen, kühlen, frischgefallenen Schnee.
Und deiner denk ich, zierlichste Gestalt.

Christian Morgenstern

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Ich war mir im Vorfeld nicht sicher gewesen, ob uns das Wetter hold sein würde, über die Zeit unseres Aufenthaltes, also hatte ich mich nach Alternativen zur Beschäftigung umgesehen. Dabei war ich auf Dog Sledding, sprich Hundeschlittenfahrt, gestoßen.
_DSC0115Es gibt in Tromsø und Umgebung mehrere Unternehmen, die das anbieten, mit unterschiedlicher Dauer, wer will auch über mehrere Tage. Ein günstiger Spaß ist es nicht (um die 160€ pro Person für 4 Stunden bei http://villmarkssenter.no/), aber wenn nicht hier, wann dann.
Abholung fand an einem der großen Hotels am Hafen statt. Das Wetter war heute milder, dementsprechend nieselte es durchgehend und das dicke Eis auf der Straße taute, was die ganze Sache noch rutschiger machte. Denn obwohl die Straßen an den vorangegangenen Tagen komplett zugefroren waren, gestaltete sich das Autofahren wesentlich angenehmer, als in Deutschland, wo die Straßen gesalzen werden.

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Nach einer halben Stunde Fahrt erreichten wir das Villmarkssenter, mitten im Nirgendwo. Von weitem hörte man schon die Hunde bellen, die ganz aufgeregt waren. Hinter dem Eingangsbereich gab es ein großes Gelände, wo die Hunde immer als Paar in den Hütten untergebracht waren.
12314372_977551492318122_4730267317120068804_oAlle waren angeleint, allerdings reichten die Ketten so weit, dass sie auch mit den Nachbarn spielen konnten. Wie uns erklärt wurde, wird bei der Unterbringung stark darauf geachtet, welche Tiere sich gut verstehen, um auch eine gutes Verhältnis zwischen den Hunden zu schaffen. Vor den Hauptgebäuden hatte ich noch einen abgesperrten Bereich gesehen, wo sich die Tiere frei bewegen konnten. Aber ich denke nicht alle auf einmal, nicht dass es zu Rivalenkämpfen kommt.

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_DSC0109Die Schlitten, auf denen wir es uns zu zweit bequem machten, waren schon vorbereitet. Wir liehen uns noch Overalls zum Schutz der Kleidung aus und los ging’s.
In Kolonne hetzten die Tiere los, Hügel hoch und wieder runter. Ich hatte das Gefühl in einer Achterbahn zu sitzen. Der Regen peitschte ins Gesicht und wir vergruben uns tiefer in unsere Schals und Mützen. Glücklicherweise hatte ich Handwärmer mitgenommen.

Zwischenzeitlich hielten wir an, da einige hundert Meter von uns entfernt Rentiere aufgetaucht waren. Von der Landschaft sahen wir nicht ganz so viel, da die Wolken sehr tief hingen, doch waren die Berge und Fjorde zu erahnen. Bei schönem Wetter sicher ein Augenschmaus.
Unser Schlittenführer, dessen Name ich leider vergessen habe, erklärte uns nebenbei immer wieder etwas über die Hunde, Natur und Umgebung. Durch ihn entdeckten wir auch ungewöhnliche Vögel, er bezeichnete sie als „chicken“ also Hühner, die je nach Jahreszeit die Farbe wechselten. Jetzt im Winter waren sie weiß, sonst eher braun. In Schottland würde ihr Gefieder wieder anders aussehen, meinte er.

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Nach etwa einer Stunde erreichten wir wieder die Basis und während die nächste Gruppe startete, konnten wir uns in den Hütten aufwärmen oder mit den Hunden kuscheln, die wirklich sehr lieb waren und das sage ich, die sonst eher Angst vor Hunden hatten, je nachdem wie sie mir begegnen.

Zum Mittag gab es einen Eintopf mit Rentierfleisch und Tee am prasselnden Feuer.

Danach hatten wir noch etwas Zeit für die Hunde, bevor es wieder nach Tromsø zurückging.
Ein wirklich tolles Erlebnis. Beim nächsten Mal würde ich vielleicht eine Rentierfahrt ausprobieren.

Da das Wetter vorerst nicht besser wurde, tätigten wir einige Einkäufe in Tromsø und Umgebung und suchten uns einen neuen Parkplatz. Man kann im Tunnelsystem hervorragend parken, allerdings wird es für einen ganzen Tag ziemlich teuer, denn jede Stunde kostet 25NOK (ca. 2,70€), nachts 10NOK. Das Gute ist, man kann in den Nebenstraßen von 17-8Uhr morgens frei das Auto stehen lassen, weshalb wir immer wieder umparkten.

Gegen Abend hatte der Himmel aufgezogen, so beobachteten wir vom Hotel aus die Aurora-Vorhersage. Doch an dieser Nacht tat sich überhaupt nichts mehr.

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