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Montag, 23.11.15 – Tromsø und Umgebung


Ich weiß nichts Schönres auf der Welt,

als wenn ein Schnee vom Himmel fällt –
so klein und weich und leise.
Dann steh‘ ich wohl auf weiter Flur,
es webt in mir ein Fühlen nur:
Ich bin ein Kind und ganz verloren
in diesem weichgeflockten Taumeltanz,
in dieser Undurchdringlichkeit und Stille ganz
bin ich ein Schnee, als Flocke nur geboren.

Dr. Carl Peter Fröhling

Tromsø liegt nördlich des Polarkreises, das heißt ab Ende November geht die Sonne hier gar nicht mehr auf. Zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes ging die Sonne theoretisch etwa halb 11 und gegen halb 1 mittags wieder unter, sollte es nicht gerade bewölkt sein oder schneien wie an diesem Tag (eine gute Seite für die Sonnenzeiten: http://www.sunrise-and-sunset.com/de/sun/norwegen/tromso).
Es herrschte dauerhafter Dämmerungszustand.

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Wir nutzten die Zeit für eine weitere Erkundungstour über die Inseln. Unser Weg war der gleiche, wie in der vorangegangen Nacht, immer Richtung Sommarøy. Im Tageslicht zeichnete sich eine wunderschöne Landschaft ab: Berge im Schnee, Fjorde… es kam regelrecht Weihnachtsstimmung bei uns auf.

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Der kleine Ort Ersfjordbotn war unser Hauptziel gewesen. Hier ragen tausend Meter hohe Berge direkt aus dem Meer auf. Atemberaubend und sehr empfehlenswert. Ich hatte auch gelesen, dass man hier mit Glück auch Wale sehen könnte.
Das Schneegestöber nahm immer weiter zu, als wir weiter fuhren. Irgendwann drehten wir auf halber Strecke nach Sommarøy wieder um, da es zum einen schon wieder dunkler wurde und durch den Schnee kaum noch etwas von der Landschaft zu sehen war. Unterwegs legten wir erneut, wie auf dem Hinweg, eine kurze Fotopause in Kaldfjord ein.

Wieder im Hotel bestand unser Mittag aus mitgebrachten 5-Minuten-Terinen, da wir an Geld sparen wollten und das Essen in Norwegen schon recht teuer ist. Thermoskannen, Tee, Lebkuchen und Wasserkocher hatten wir auch eingepackt, somit standen dem Überleben nichts im Weg.
Nach einer kurzen Mittagspause begaben wir uns zum Hafen und Richtung Eismeerkathedrale, der nördlichsten Kathedrale der Welt. Mit ihrem recht modernen Baustil konnte sie bei der vorangegangenen Recherche mein Herz wenig erfreuen, dennoch wollten wir sie uns von Nahem ansehen. Mittlerweile war es 14Uhr, nur sagte unser Zeitgefühl was ganz anderes, es müsste mindestens halb 6 abends sein… Die Dunkelheit spielte uns Streiche.

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Um zur Eismeerkathedrale zu gelangen, mussten wir vom Zentrum Tromsøs auf der Insel Tromsøya die über einen Kilometer lange Tromsø-Brücke überqueren, die zum Festland führt und zum Stadtteil Tromsdalen. Unweit davon liegt auch die Talstation der Seilbahn Fjellheisen , die auf den Storsteinen führt, dem Hausberg von Tromsø.

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12308118_979051252168146_249129113310206217_oAuf der Brücke pfiff uns der Wind nur so um die Ohren und die Temperatur sank gefühlt noch einmal um 5°C nach unten. Die Brücke wollte einfach kein Ende nehmen.
Schließlich erreichten wir doch unser Ziel. Die Eismeerkathedrale beeindruckte mich dann doch, als ich davor stand. Wir überlegten, ob wir hineingehen sollten, als wir das Schild mit den Öffnungszeiten entdeckten: 15.00-18.00. Katrin meinte darauf: „Ach, nur bis 18Uhr.“ (sinngemäß, die Kathedrale ist schon wieder geschlossen), allerdings war es noch nicht mal um drei. So viel zum Thema Zeitgefühl.

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Wir wollten nicht warten, bis sich die Pforten öffnen würden, da der Schneesturm immer weiter zunahm und wir vom Eingangsbereich aus durch die Glasfassade das Innere der Kirche sehen konnten.

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Der Schnee fühlte sich auf der Brücke wie hunderte kleine Nadelstiche an. Etwas eingefroren erreichten wir wieder das Stadtzentrum, wo wir in der traditionell gebauten „Domkirke“ auftauten. Ein wunderschönes Gebäude ganz aus Holz.

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Wir erkundeten noch einige Läden, bis wir schließlich ein kleines Café fanden, wo wir uns eine heiße Schokolade gönnten.
Da das Wetter keine Besserung versprach, verbrachten wir nach einem letzten Spaziergang am Hafen den restlichen Abend im Hotel.

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